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Hurrikane und Sonnenflecken

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Die Anzahl der Sonnenflecken hat einen deutlich nachweisbaren Einfluss auf die Häufigkeit und Intensität von tropischen Wirbelstürmen (Hurrikanen) im Atlantik. Das ergaben umfangreiche statistische Untersuchungen von Hurrikan-Daten der letzten 100 Jahre und des Sonnenfleckenzyklus durch den Klimaforscher James Brian Elsner an der Florida State University (http://mailer.fsu.edu/~jelsner/www/).

 

 

 

Anzahl der Sonnenflecken in den letzten 400 Jahren. Das Maunder-Minimum brachte die  „Kleine Eiszeit“, die für Europa sehr gut dokumentiert ist. Quelle: Robert A. Rohde

 

Dabei zeigten sich im West- und Ostatlantik vollkommen gegensätzliche Zusammenhänge:

 

Im Westatlantik führen mehr Sonnenflecken zu weniger (und schwächeren) tropischen Wirbelstürmen, im Ostatlantik nimmt ihre Anzahl (und Stärke) hingegen zu.

 

Für diese scheinbar widersprüchlichen Befunde, bietet Elsner eine einleuchtende Erklärung an:

 

Mehr Sonnenflecken zeigen eine erhöhte Sonnenaktivität an und damit gelangt auch mehr ultraviolette Strahlung (UV) zur Erde. In Abhängigkeit von den natürlichen Schwankungen der Sonnenaktivität kann sich die Stärke der UV-Strahlung um bis zu 10% ändern. Die UV-Strahlung erwärmt wiederum die Stratosphäre, denn diese enthält reichlich Ozon, das die für das irdische Leben gefährlichen Anteile dieser Strahlung absorbiert. Auch die direkt unter der Stratosphäre liegende obere Troposphäre wird mit erwärmt. Dadurch sinkt aber der für die Entwicklung tropischer Wirbelstürme entscheidende vertikale Temperaturgradient (Temperaturgefälle).

 

 

Tropische Wirbelstürme entstehen normalerweise nur über offenem  und mindestens 26°C warmem  Wasser, wenn die Luft darüber kalt genug ist. Je wärmer das Meerwasser ist, je mehr Wasser also verdunstet, umso mehr Energie steht dem Wirbelsturm zur Verfügung: Die über dem Wasser erwärmte, feuchte Luft wird gehoben und kühlt dabei ab. Auslösendes Moment ist dabei eine Divergenz („Luftloch“) innerhalb der Höhenwinde. Die abkühlende Luft kann immer weniger Feuchtigkeit aufnehmen, so daß Wolkenbildung einsetzt. Dabei wird fortlaufend die für die Verdunstung des Wassers zuvor verbrauchte Energie als Kondensationswärme (latente Wärme) wieder frei. Das wiederum verstärkt den Auftrieb der Luft, die solange weiter aufsteigt,wie sie  eine noch höhere Temperatur als die Umgebungsluft hat. Ein hoher vertikaler Temperaturgradient (Temperaturgefälle) ist als Antrieb für den sich selbst verstärkenden Prozeß  der Wolkenbildung und damit letztendlich auch für die Entstehung des tropischen Wirbelsturms entscheidend! Wichtig ist, daß immer genug latente Wärme durch Wasserverdunstung nachgeliefert wird. Es bilden sich gewaltige Wolkentürme die bis in die obere Troposphäre reichen, ja sogar in die Stratosphäre durchbrechen können. Die aufsteigende Luft wird durch den Einfluss der Erdrotation abgelenkt, und es entsteht ein Wirbel, der ein sich verstärkendes Tiefdruckgebiet bildet, das immer mehr feuchtwarme Luft von allen Seiten ansaugt (bodennahe Konvergenz). Die Drehbewegung wird immer schneller, angetrieben durch die latente Wärme. Ein tropischer Wirbelsturm funktioniert dabei wie eine gigantische Kühlmaschine, die Wärme von der Wasseroberfläche in große Höhen transportiert, wo sie als Infrarotstrahlung in den Weltraum abgegeben wird. Die Drehbewegung wird innerhalb des tropischen Wirbelsturms zum Zentrum hin immer schneller. Die Zentrifugalkräfte werden oft so groß, daß sich im Zentrum ein  beinahe windstilles, wolkenarmes Auge bildet, in dessen Außenrand (Eyewall), der Auftrieb der feuchtwarmen Luftmassen besonders groß ist. Vom Auge wird aus der Höhe Luft angesaugt, die sich auf ihrem Weg nach unten immer mehr erwärmt. Wolken lösen sich dabei auf. Das Zentrum eines tropischen Wirbelsturms ist also immer warm und oft auch wolkenfrei! Tropische Wirbelstürme bewegen sich mit der jeweils vorherrschenden Luftströmung. Quelle: NOAA

 

Im Ostatlantik sind die Temperaturen des Oberflächenwassers im Durchschnitt niedriger als im Westatlantik, weil die Nordostpassate vor der afrikanischen Westküste kaltes Tiefenwasser emporquellen lassen. Sie reichen daher oft nicht aus, um die Entstehung eines tropischen Wirbelsturms zu ermöglichen. Die Temperatur des Oberflächenwassers ist hier also ein limitierender (begrenzender) Faktor für tropische Wirbelstürme. Eine leichte Erhöhung der Sonneneinstrahlung genügt dann oft schon, und das Oberflächenwasser erfährt den entscheidenden Temperaturanstieg für mehr Wirbelstürme.

 

Im Westatlantik sind die Temperaturen des Oberflächenwassers hingegen (fast) immer ausreichend hoch. Der vertikale Temperaturgradient wird somit zum allein limitierenden Faktor für tropischen Wirbelstürme.

Die Untersuchung von Elsner wirft ein völlig neues Licht auf die Debatte darüber, ob eine globale Erwärmung durch Treibhausgasen zu mehr tropischen Wirbelstürmen und Hurrikans führt oder nicht. Die Rolle der Sonne wurde bisher dabei wohl etwas unterschätzt!

Noch ein paar weitergehende spekulative Überlegungen zum Schluß: Wenn der von Elsner postulierte Mechanismus einer Erwärmung der Stratosphäre und oberen Troposphäre durch mehr UV-Strahlung tatsächlich funktioniert (wofür es auch schon konkrete Hinweise gibt), dann liegt es für mich nahe, auch einmal dem möglichen Einfluß der Sonnenaktivität auf die Nordatlantische Oszillation (NAO-Index) nachzugehen, also dem Einfluß der Sonne auf die Häufigkeit und Stärke außertropischer Sturmtiefs.

Eine erhöhte Sonneneinstrahlung würde sich wegen des steileren Einfallwinkels vor allem in niedrigen Breiten (Tropen, Subtropen) bemerkbar machen. Der Temperaturgradient (Temperaturgegensatz) zwischen Warmluft und polarer Kaltluft an der Polarfront würde in der Stratosphäre und oberen Troposphäre  zunehmen. Weil dieser Temperaturgradient wiederum den Jetstream antreibt, könnte das die Westdrift verstärken, so daß auch mehr Sturmtiefs entstehen, welche dann West- und Mitteleuropa erreichem und mildes, feuchtes uns abwechslungsreiches Wetter bringen. Die Mittelmeerregion bliebe dagegen trocken. Gleichzeitig würde der starke Jetstream die polare Kaltluft gut einschliessen und Kaltluftausbrüche in Richtung Süden verhindern. Die Winter würden dann insgesamt gesehen milder. Der Index der Nordatlantischen Oszillation wäre also positiv (NAO +).

 

Bei verringerter Sonnenaktivität würde sich das aber total ändern. Durch den dann verminderten Temperaturgradienten an der Polarfront würde der Jetstream schwächer und darum auch stärker mäandern. Immer wieder käme es dann zu massiven Kaltluftausbrüchen in Richtung Süden. Die Westdrift wäre zudem geschwächt und deshalb würden weniger Sturmtiefs West- und Mitteleuropa erreichen, um dort für mildes Wetter zu sorgen. Blockierende Hochs würden desöfteren Sturmtiefs in den Mittelmeerraum umlenken, wo es dann endlich mehr Regen gäbe. Der Index der Nordatlantischen Oszillation wäre also negativ (NAO -).

 

 

 

NAO + (links): Der Polarwirbel ist aufgrund eines hohen Temperaturgradienten zwischen Warmluft und polarer Kaltluft in der Stratosphäre (bzw. wegen einer besonders kalten Stratosphäre über dem Nordpol) sehr stark und treibt den Jetstream an. In einer entsprechend starken Westdrift gelangen dann zahlreiche Sturmtiefs (welche sich aufgrund von Divergenzen, also „Luftlöchern“ in der turbulenten Höhenströmung des Jetstreams bilden) nach Nord-, West- und Mitteleuropa, um unter ihren Zugbahnen für feuchtes, mildes, aber auch wechselhaftes Wetter zu sorgen. Im Mittelmeerraum kommen aber nur wenige Sturmtiefs an; daher bleibt es trocken. Sehr oft entwickeln sich ein Islandtief, und ein Azorenhoch zwischen denen ein hoher Druckgradient (Druckgefälle) besteht. Die beiden Druckgebilde verstärken dann ihrerseits wieder den Jetstream, indem sie vermehrt Warmluft und polare Kaltluft an der Polarfront einspeisen und so den Temperaturgradienten, der ja den Jetstream antreibt noch weiter erhöhen. Kaltluftausbrüche in Richtung Süden sind eher selten, weil der starke, nur wenig mäandernde Jetstream die polare Kaltluft gut einschliesst. Starke Passatwinde lassen kaltes Tiefenwasser an der westafrikanischen Küste emporquellen. Wegen des dadurch kühleren Oberflächenwassers entstehen weniger tropische Wirbelstürme im Ostatlantik.

NAO – (rechts): Der relativ schwache, stark mäandernde Jetstream lässt immer wieder Kaltlufteinbrüche in den Süden zu. Bei schwachen Islandtief und Azorenhoch und einer ebenfalls schwachen Westdrift erreichen nur wenige Sturmtiefs West-, Mittel- und Nordeuropa.  Dafür werden einige von ihnen aufgrund der (wegen des stark mäandernden Jetstreams) häufiger vorkommenden blockierenden Hochdrucklagen in den Mittelmeerraum umgelenkt, wo es dadurch häufiger regnet. Schwächere Passatwinde begünstigen tropische Wirbelstürme, aufgrund der dann höherer Oberflächenwassertemperaturen im Atlantik. Quelle: http://www.washington.edu/

Sollte sich ein Einfluß der Sonnenaktivität auf die Nordatlantische Oszillation nachweisen lassen, so müsste die Rolle der Sonne bei der globalen Erwärmung der letzten Jahrzehnte – die besonders auf der Nordhalbkugel stattfand – im Vergleich zu den Treibhausgasen vollkommen neu bewertet werden. Zu denken gibt auch die sich andeutende leichte globale Abkühlung in den letzten Jahren: Zunächst wurde es nur auf der Südhalbkugel kühler, während auf der Nordhalbkugel die Temperaturen weiter deutlich anstiegen. Seit einem Jahr hat jedoch der leichte Abkühlungstrend auch die Nordhalbkugel erreicht.

 

 

 

 

Die globale Abkühlung wird sich anscheinend im Jahre 2008  gegenüber dem Vorjahr deutlich beschleunigen. Die globalen Temperaturen sind aber immer noch (verglichen mit der Referenzperiode 1961-1990)  überdurchschnittlich hoch. Quelle: http://hadobs.metoffice.com/hadcrut3/

 

Im Winter 2007/2008 gab es extreme Kaltlufteinbrüche in Nordamerika, Südosteuropa und in Asien. Der Sommer 2008 kam, verglichen mit den Jahren davor, eher kühl daher, und auch die Anzahl der tropischen Wirbelstürme (Hurrikane) im Westatlantik erscheint in dieser Saison tendenziell rekordverdächtig. All das könnte schon mit der in letzter Zeit sehr geringen Sonnenaktivität zusammenhängen:

 

 

 

Die Anzahl der Sonnenflecken ist seit 2003 deutlich zurückgegangen. Quelle: NOAA

Jens Christian Heuer

 

Quelle: http://mailer.fsu.edu/~jelsner/PDF/Research/ElsnerJagger2008.pdf

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Written by jenschristianheuer

2 Oktober, 2008 at 00:10 am

Eisschmelze am Nordpol gestoppt?

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Am 19. September 2008 erschien eine Veröffentlichtung unter dem Titel 

„AWI: Sommer 2008 am Nordpol mit 10% mehr Eis als 2007“

auf der Homepage des „klimaskeptischen“ Europäischen Instituts für Klimaund Energie, Jena (EIKE, http://www.eike-klima-energie.eu/):

AWI: Sommer 2008 am Nordpol mit 10% mehr Eis als 2007

AWI: “… Am 12. September 2008 betrug die Eisbedeckung in der Arktis 4,5 Millionen Quadratkilometer. Dies ist etwas mehr als die niedrigste jemals beobachtete Bedeckung von 4,1 Millionen Quadratkilometern aus dem Jahr 2007…“ (Anm.: 4.5/4.1 = 110% ; also plus 10% in 2008 !!) Obwohl ein deutliches Plus bei der Eisbedeckung gegenüber 2007 zu beobachten ist, gibt sich das AWI klimaschutzbesorgt konform:

19.09.2008 PRESSEMITTEILUNG

Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft; Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Postfach 12 01 61, 27515 Bremerhaven Tel. 0471 4831-2007, Fax 0471 4831-1389 E-Mail: medien@awi.de

Geringe Eisbedeckung in der Arktis im Sommer 2008, Vorhersage von Klimawissenschaftlern bestätigt

Bremerhaven, den 19. September 2008: In der Arktis geht der Sommer zu Ende und das Minimum der Meereisausdehnung ist erreicht. Am 12. September 2008 betrug die Eisbedeckung in der Arktis 4,5 Millionen Quadratkilometer. Dies ist etwas mehr als die niedrigste jemals beobachtete Bedeckung von 4,1 Millionen Quadratkilometern aus dem Jahr 2007. (Anm.: 4.5/4.1 = 110% ; also plus 10% in 2008 !!)

Wissenschaftler sorgen sich um die Meereisentwicklung, denn das langjährige Mittel liegt 2,2 Millionen Quadratkilometer höher. Völlig unerwartet kam die Entwicklung jedoch nicht. Eine Modellrechnung im Frühsommer aus dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft zeigte, dass das Eisminimum 2008 mit fast in der hundertprozentiger Sicherheit unter dem von 2005 liegen würde. Lediglich mit achtprozentiger Wahrscheinlichkeit würde ein neues Minimum unter dem von 2007 erreicht. “Betrachtet man die Meereisbedeckung seit Beginn der Satellitenaufnahmen im Jahr 1979, ist der Messwert von 2008 eine kleine Überraschung, weil auf Sommer mit geringer Eisbedeckung wie 2007 häufig Winter mit starker Eisproduktion folgen³, sagt Prof. Rüdiger Gerdes, physikalischer Ozeanograph am Alfred-Wegener-Institut. Von 1979 bis 2004 waren im Sommer immer zwischen sechs und 7,5 Millionen Quadratkilometer der Arktis von Eis bedeckt. Nun liegt die Eisbedeckung schon im zweiten Jahr in Folge dramatisch unter dem langjährigen Mittel. Allerdings müssen die nächsten Sommer erst noch zeigen, ob dieser Trend anhält.

“Eine bisher unbeantwortete Frage ist, ob die Abfolge von zwei extremen Jahren einen Übergang in ein neues Regime des arktischen Meereises anzeigt, welches eine Rückkehr der Eisbedeckung zu früheren Werten erschwert³, so Gerdes. Solche Übergänge kommen in gekoppelten Klimamodellen vor. Sie werden allerdings erst in den Szenarien für das spätere 21. Jahrhundert prognostiziert. Die Schlüsselgröße in den Modellsimulationen für das arktische Meereis ist die Dicke des Eises. Hat die mittlere Dicke einen gewissen Grenzwert unterschritten, dann schmilzt jeweils ein Großteil des Meereises, so dass in jedem Sommer große eisfreie Gebiete entstehen. Im Vergleich zur Eisfläche, die relativ gut von Satelliten vermessen werden kann, ist die Eisdickenverteilung im Nordpolarmeer wesentlich schlechter bekannt. Das Alfred-Wegener-Institut leistet mit Hubschrauber geschleppten Messgeräten einen Beitrag zur Abschätzung des arktischen Eisvolumens und seiner Variabilität. So stehen inzwischen Daten von mehr als 15 Jahren zur Verfügung und belegen eine Abnahme der Eisdicke in der Zentralarktis. Allerdings erfassen die Messungen längst nicht alle relevanten Teile des Nordpolarmeers. Dafür sind die Reichweiten der Hubschrauber zu gering. “Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Meereis lediglich mechanisch umverteilt worden ist³, sagt Gerdes. Er erläutert weiter: “Unsere Modellrechnungen zeigen, dass windbedingter Eistransport von der östlichen in die westliche Arktis ein wichtiger Faktor für die großen eisfreien Flächen nördlich der sibirischen Schelfmeere im Jahr 2007 war.³ Genutzt wird die geringe Meereisbedeckung im Nordpolarmeer derzeit vom Forschungsschiff Polarstern. Die Wissenschaftler an Bord können in Regionen den Meeresboden vermessen und Sedimentproben nehmen, in die sie noch vor wenigen Jahren nicht hätten vordringen können. Zwar fährt Polarstern mit nördlichem Kurs Richtung 80. Breitengrad mittlerweile durch dichtes Packeis. Da es sich aber überwiegend um dünnes einjähriges Meereis handelt, kann es gut gebrochen werden. Bisher konnten die Expeditionsteilnehmer alle geplanten Arbeiten weitgehend ungehindert durchführen.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

 

Was ist davon zu halten? Kann in Sachen Klimawandel und Eisschmelze am Nordpol nun tatsächlich Entwarnung gegeben werden, wie der Beitrag suggeriert? Immerhin eine nicht ganz unwichtige Frage, denn es geht dabei indirekt auch um das Grönlandeis, welches von großer Bedeutung für den Meeresspiegel ist!

Erinnern wir uns an das letzte Jahr. Da schrumpfte der arktische Meereisschild auf ein Rekordminimum:

Der Minusrekord des arktischen Meereises im Jahre 2007 Quelle: NASA

Dieser Rückgang, der weit dramatischer ausfiel als in allen Klimamodellen angenommen, wurde seinerzeit zu einem erheblichen Teil außergewöhnlichen Windverhältnissen in der Nordpolregion zugeschrieben. Dadurch wurde besonders viel Warmluft in die Arktis transportiert und außerdem viel Eis direkt durch wärmeres Oberflächenwasser geschmolzen. Eine sogenannte positive Sea Level Pressure Anomaly war dafür verantwortlich (siehe unten).

Rückgang des Meereises am Nordpol. Der Trend ist auch im Jahre 2008 trotz einer Zunahme über die Sommermonate ungebrochen. Quelle: http://nsidc.org/

Umso bemerkenswerter, daß auch in diesem Jahr 2008 die Eisschmelze im Trend(!) weiterhin ungebrochen weitergeht, trotz einer um 10% größeren Eisfläche am Ende der Eisschmelze in diesem Sommer im Vergleich zum Vorjahr. Das 10% Plus führt nicht wirklich aus dem Rekordminus heraus, denn es bewegt sich im Rahmen der in den letzten beiden Jahrzehnten üblichen Erholung zu der es immer im Folgejahr nach einem besonders deutlichen Rückgang des Meereises kam. Zudem hat sich in 2008 die Meereisdecke nicht überall erholt. Vielerorts ist sie sogar noch einmal zurückgegangen:

In den roten Gebieten ist das arktische Meereis in 2008 gegenüber dem Rekordminus des letzten Jahres noch einmal zurückgegangen. In den grünen Gebieten nahm die Meereisbedeckung dagegen wieder zu (Stichtag 20. September). Insgesamt kommt aber ein Plus von 10% dabei heraus. Quelle: http://ifm.zmaw.de/

Die Eisschmelze am Nordpol tendiert womöglich schon dazu, eine Eigendynamik zu entwickeln! Der Temperaturanstieg in der Arktis war in den letzten beiden Jahrzehnten immer deutlich ausgeprägter als im globalen Durchschnitt. Dafür ist eine sogenannte Eis-Albedo-Rückkopplung verantwortlich: Wenn das Meereis der Arktis schmilzt kommt die darunter liegende wesentlich dunklere ozeanische Wasseroberfläche zum Vorschein. Die Sonnenstrahlung wird in wesentlich geringerem Ausmaß reflektiert, als das zuvor der Fall war, so daß sich die Erwärmung verstärkt, denn die dunkle Wasseroberfläche absorbiert die Sonnenstrahlung deutlich besser als eine helle Eisoberfläche, erwärmt sich dementsprechend mehr und damit auch die Luftschichten darüber. Es handelt sich also um eine sich selbst verstärkende positive Rückkopplung – je mehr Eis geschmolzen ist, umso stärker die Erwärmung, wodurch noch mehr Eis schmilzt usw. – die von einem bestimmten Punkt an wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten ist. Hinzu kommt, daß in der Arktis nach den letzten Jahren der Eisschmelze fast nur noch einjähriges Meereis übrig geblieben ist, welches das Sonnenlicht eindeutig schlechter reflektiert als das hellere mehrjährige Eis. Einjähriges Meereis wird immer wieder durch kleine offene Wasserflächen unterbrochen (Wasser hat eine deutlich niedrigere Albedo als Eis oder Schnee!).

Die Eis-Albedo-Rückkopplung übertrifft in ihren Auswirkungen sogar die in den letzten Jahren zu beobachtende leichte globale Abkühlung, welche sich zunächst vor allem auf der Südhalbkugel, seit kurzer Zeit aber auch auf der Nordhalbkugel bemerkbar macht. Die für die für das Meereis am Nordpol entscheidende Abkühlung auf der Nordhalbkugel beruht wahrscheinlich auf einem (natürlichen) kurzfristigen Klimawandel durch veränderte Meeresströmungen: Die Atlantische Multidekaden Oszillation(AMO) tendiert ins Minus (der Golfstrom wird schwächer (!) und damit auch das Islandtief, denn das kühlere Oberflächenwasser liefert weniger latente Wärme; bei einer positiven AMO ist es genau umgekehrt); parallel dazu wechselt aber auch die Pazifische Dekaden Oszillation (PDO)in den negativen Modus (das im Gegensatz zum positiven Modus warme Oberflächenwasser im zentralen Nordpazifik verhindert dort meistens eine Trogbildung des Jetstreams, so daß sich nur selten ein Aleutentief  entwickeln kann; gleichzeitig kaltes Oberflächenwasser an der nordamerikanischen Westküste; bei einer positiven AMO ist  genau umgekehrt). Wenn AMO und PDO negativ sind (negative Sea Level Pressure Anomaly), findet (durch das meist fehlende Aleutentief) nur noch ein vergleichsweise geringer Transport tropischer Warmluft in Richtung Nordpol statt. In  den Jahrzehnten der sich immer weiter beschleunigenden arktischen Eisschmelze  befanden sich AMO und PDO überwiegend im positiven Modus (positive Sea Level Pressure Anomaly)!!

Bei der augenblicklichen globalen Abkühlung spielt womöglich auch die Sonne eine wichtige Rolle. Seit Monaten sind praktisch keine Sonnenflecken mehr aufgetaucht. Das könnte auf ein Nachlassen der Sonnenaktivität hindeuten, ähnlich dem Maunder-Minimum von 1645-1715, das für die sogenannte „Kleine Eiszei“ verantwortlich war.

Es bleibt abzuwarten welcher Effekt am Ende das Rennen macht: Entweder schaffen es eine negative AMO und PDO gemeinsam noch einmal das Meereis am Nordpol vorübergehend zu retten, oder aber die Eigendynamik der Eis-Albedo-Rückkopplung ist schon nicht mehr zu stoppen und das arktische Meereis ist verloren. Das hätte zwar für den Meeresspiegel keine unmittelbaren Folgen, aber indirekt schon. Das Festlandeis in Grönland könnte im Zuge einer nach dem Verlust des Meereises sich immer weiter beschleunigenden Erwärmung (verschärfte Eis-Albedo-Rückkopplung!) zunehmend instabil werden. Ein völliger Verlust des grönländischen Eisschildes (worst case Szenario) würde aber einen globalen Meeresspiegelanstieg von 7m bedeuten! Bei einem neuen Minimum der Sonnenaktivität allerdings, stünden die Chancen für das arktische Meereis und das grönländische Festlandeis um einiges besser! Die letzte „Kleine Eiszeit“ während des Maunderminimums war aber recht „ungemütlich“!

Jens Christian Heuer

Written by jenschristianheuer

21 September, 2008 at 10:58 am

Veröffentlicht in Jens Christian Heuer, Klimadebatte

Die Klimakatastrophe schwächelt! Meteorologe aus Bad Bederkesa plädiert für tolerante Diskussion

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Bad Bederkesa (hst). Hiobsbotschaften wie das Waldsterben, die BSE-Seuche, Nematoden im Fisch oder Nitrosamine im Bier haben in der Vergangenheit die Gemüter erregt. Heute ist es die vermeintlich drohende Klimakatastrophe. Für den Diplom-Meteorologen Klaus Puls ist dies „…eine von unbewiesenen Behauptungen genährte, bisweilen fanatisch geführte und Angst erregende Diskussion, die der gängigen Sprachregelung zuwider laufende Meinungen ausgrenzt“. CN (Cuxhavener Nachrichten)-Mitarbeiter Hagen Haastert sprach mit Puls, der lange Jahre als Leiter des Wetteramtes in Essen für den Deutschen Wetterdienst tätig war. Seit seiner Pensionierung 2001 lebt Puls, der für rund 150 Veröffentlichungen verantwortlich zeichnet, in Bad Bederkesa und ist nach wie vor ein gefragter Referent.

CN: Wie beurteilen Sie die laufende Diskussion über eine angeblich drohende Klimakatastrophe?

Puls: Viele Physiker und Meteorologen, die mit wissenschaftlich gestützten Argumenten den Horror-Meldungen einer angeblich bevorstehenden Klimakatastrophe widersprechen, werden nicht gehört, und bekommen auch in den Medien kaum ein Forum. Diese einseitig intolerante, viele Menschen verunsichernde Diskussion erweckt in mir den Eindruck einer volksverdummenden und politisch gesteuerten öffentlichen Indoktrination.

CN: Gibt es einen Klimawandel? Ist Klimaschutz möglich?

Puls: Zum Klima gehören unter anderem Niederschlag, Wind, Temperatur und alles ist auch ohne menschliche Einflüsse immer schon Änderungen unterworfen – heute wie früher. Der Begriff Klimaschutz nährt die Illusion, dass man durch Drehen an irgendwelchen Stellschrauben wie CO2-Minderung sich ein angenehmes und stabiles Klima und Wetter schaffen kann. Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist das Unfug.

CN: Wer oder was ist denn nun für die Wetter- und Klimaänderungen verantwortlich?

Puls: Die variable Sonne in Verbindung mit der veränderlichen Erdbahn ist der Motor. Energieumsätze, so auch das Klima in der Atmosphäre werden durch das Auf und Ab der solaren Prozesse wie Sonnenflecken und Energiestrahlung gesteuert. Rückkopplungen im irdischen „Klimasystem“ mit Atmosphäre, Meer, Eis und Gletschern, Biosphäre, Vulkanismus, Gesteinsoberfläche und anderes mehr lösen ganz unterschiedliche Reaktionen verschiedener Größenordnungen aus, die rechnerisch in dem „chaotischen System Atmosphäre“ nicht zu beherrschen sind. Somit sind die daraus abgeleiteten Computermodelle nicht realistisch und entsprechen nicht den tatsächlichen Naturprozessen.

CN: Der Weltklimarat IPPC und andere Institute behaupten aber, CO2, vor allem das vom Menschen erzeugte, bringe den von Natur aus gegebenen Klimawandel aus dem Takt, weil es wie das Glasdach eines Gewächshauses die Atmosphäre künstlich aufheize.

Puls: Zunächst einmal: Dank der oben erwähnten Rückkoppelungen hat es in Jahrmillionen Klimaschwankungen gegeben, die weit über die heutige Größenordnung hinaus gehen, so auch in jüngerer Zeit. In der Römerzeit gab es Weinanbau in England, in der mittelalterlichen Warmzeit lebten die Wikinger auf Grönland. Jedoch – anthropogenes, also vom Menschen erzeugtes CO2 gab es in den früheren Warmphasen nicht. Außerdem weiß man inzwischen aus den Eisbohrkernen, dass nach den Eiszeiten zunächst die Temperatur und erst 500 bis 1500 Jahre später die natürliche CO2-Konzentration in der Luft anstieg.

CN: Aber das CO2 ist weiterhin doch der Bösewicht, der für den angeblich das Klima verändernden sogenannten Treibhauseffekt verantwortlich gemacht wird?

Puls: Wahrscheinlich zu Unrecht. Denn bisher ist dieser Effekt nicht bewiesen, zumal die mit dem Etikett „Treibhausgas“ verteufelten Gase nicht wie das Glasdach eines Gewächshauses wirken können, weil die Atmosphäre nach oben offen ist. Vielmehr sind sich alle Physiker einig, dass eine Verdoppelung von CO2, bezogen auf den vor-industriellen Konzentrations-Wert (1850: 280 ppm; heute 380) lediglich einige Zehntel, maximal 0,7 Grad Celsius Temperaturerhöhung bewirken kann, nach neuesten NASA-Berechnungen nur 0,5°C. Im übrigen sind wir von diesem Verdoppelungs-Wert 560 ppm meilenweit entfernt.

CN: Wieso sprechen dann Klima-Experten von zwei bis sechs Grad in 100 Jahren?

Puls: Um ihre Erwärmungs-Vorhersage zu rechfertigen, bedienen sich die IPPC-Institute eines Zauberstabes, der sogenannten Wasserdampfverstärkung. Wasserdampf ist ja der Hauptabsorber für Infrarot-, also Wärmestrahlung. Demnach soll nun der durch Verdunstung infolge von CO2-Erwärmung zusätzlich erzeugte Wasserdampf die eigentliche Klima-Hitze-Katastrophe auslösen. Das ist eine durch nichts bewiesene Hypothese. Aber die Meteorologen wissen, dass die Wasserverdunstung über den Ozeanen von ganz anderen Faktoren abhängt wie z.B. Wind, Stürmen, Bewölkung, Meeresströmung, Einstrahlung, Wassertemperaturen und -durchmischung. Die Natur macht übrigens derzeit das Gegenteil dessen, was die steigende Erwärmung prognostizierenden Modelle rechnen. So wird es selbst nach den Temperatur-Kurven der IPCC-Klima-Institute (!) vom Gesamttrend her seit zehn Jahren kühler, obwohl die CO2-Kurve beschleunigt ansteigt. Das Temperatursignal hat sich also von der CO2-Entwicklung abgekoppelt. Das wird von den Medien und Politikern nicht zur Kenntnis genommen!

CN: Aber die offizielle Klimapolitik geht nach wie vor davon aus, dass die Erde nicht mehr zu retten sei, wenn wir nicht radikal unsere Treibhausgasemissionen kappen. Sie verläßt sich dabei auf den Weltklimabericht des IPCC von 2007, wonach die globalen Temperaturen immer schneller und mit ihnen der Meeresspiegel und die Anzahl der Naturkatastrophen ansteigen.

Puls: Dem inzwischen eingefahrenen und gegenteilige Meinungen und Fakten unberücksichtigt lassenden Klimakurs insbesondere der europäischen Regierungen muss meines Erachtens entgegengetreten werden, weil offiziell verkündete Behauptungen zum Wetter nicht der Realität entsprechen. Es gibt nämlich keine Signale für eine Klimakatastrophe.

CN: Und wie begründen Sie das?

Puls: Die Global-Temperatur sinkt im Trend seit 1998. Seit 125 Jahren nimmt der Wind an Deutschen Küsten ab, die Zahl der Stürme und Sturmfluten zeigt keinen Trend, weniger schwere Tornados in den USA, keine Zunahme der Hurrikane. Seit 100 Jahren haben laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die Niederschläge in Deutschland um zehn Prozent zugenommen. Der Januar 2008 ist global der kälteste Monat seit 1995. In Afghanistan erfroren rund 800 Menschen und 300.000 Tiere. In China mussten zwei Millionen Menschen zum Schutz vor dem Erfrieren evakuiert werden. In Kairo gab es Temperaturstürze bis unter zehn Grad Celsius, die Akropolis und Jerusalem lagen im Schnee.Laut amerikanisch-kanadischer Satellitenauswertungen gab es in diesem Winter (2007/08) auf der Nordhalbkugel die größte Schnee- und Eisbedeckung seit 1966. In der Arktis hat in diesem Winter die Eisfläche um zwei Millionen Quadratkilometer zugenommen, der Schmelzverlust der vergangenen Jahre ist damit nahezu ausgeglichen. Im antarktischen Sommer 2007/08 haben wir in der Antarktis die größte Menge an Pack-und Treibeis seit 1979 gehabt. Bekanntlich hat das Versorgungsschiff für den Bau von Neumayer III wochenlang dort festgelegen.

Und noch ein Wort gegen die Panikmache mit dem Meeresspiegel-Anstieg. Statt der laut Klima-Modellen parallel zur globalen Erwärmung errechneten Beschleunigung ab etwa 1850 ist eine Verlangsamung eingetreten: Von zehn Zentimetern in der ersten Hälfte auf sieben Zentimeter in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Meeresspiegel an der deutschen Nordseeküste ist seit 400 Jahren nicht mehr so langsam gestiegen wie im 20. Jahrhundert.

CN: Und warum war in Deutschland das Wetter des vergangenen Winters „zu mild, zu warm für diese Jahreszeit“ ?

Puls: Die Atmosphäre arbeitet beim Wetter in Wellen. In den „Wellen-Tälern“, den sogenannten Trögen, wird polare Kaltluft in die gemäßigten Breiten transportiert. In den „Wellen-Bergen“, den Hochkeilen, kommt subtropische Warmluft nach Norden. So erreichte im vergangenen Winter extreme Kälte z.B. China, Afghanistan, den Balkan, Kanada, USA…, wogegen wir in Europa bis hin nach Skandinavien von der warmen Gegenbewegung der Luftströmungen profitierten.

Das oben stehende Interview mit dem Dipl.-Met. Klaus-Eckart Puls wurde von Hagen Haastert geführt, freier Journalist in Bad Bederkesa, und in den Cuxhavener Nachrichten am 24. April 2008 (S.21) veröffentlicht. Mit freundlicher Genehmigung!

Written by jenschristianheuer

12 September, 2008 at 21:10 pm

Veröffentlicht in Klaus-Eckart Puls, Klimadebatte

Abrupter Klimawandel in der Antarktis

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Noch vor 14 Millionen Jahren war es in der Antarktis viel wärmer als heute. Das belegen neueste Fossilienfunde in einem der Trockentäler der Ostantarktis. Dort fand ein internationales Forscherteam der Universität Leicester, dem British Geological Survey, der Queen Mary University of London sowie den amerikanischen Universitäten Boston und North Dakota State die gut erhaltenen, versteinerten Überreste von winzig kleinen, nur milimetergroßen Süßwassermuschelkrebschen in einem ehemaligen See. Die Fossilien, bei denen sogar noch die Weichteile erhalten sind, wurden inzwischen auf ein Alter von 14 Millionen Jahren datiert und belegen, daß es in der damaligen Zeit in der Antarktis wesentlich wärmer war als heute. Unter den heutigen Bedingungen mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von -25°C hätten die kleinen Tierchen keine Überlebenschancen.

 

Muschelkrebse (links: lebendes Exemplar, rechts: eines der Fossilien aus der Ostantarktis) besitzen ein stabiles Gehäuse aus zwei Kalkschalen, die über ein Gelenk miteinander verbunden sind und sind kaum 1mm groß. Die Fossilien aus der Ostantarktis sind außergewöhnlich gut erhalten, so daß nicht nur die Kalkschalen, sondern auch die Weichteile noch gut erkennbar sind. Quellen: http://www.plingfactory.de/   und http://www.scinexx.de/

Kurz nachdem die jetzt gefundenen Muschelkrebschen lebten, wandelte sich das antarktische Klima dann allerdings drastisch. Nach einem plötzlichen Temperatursturz vereiste praktisch der gesamte Kontinent. Das ergibt sich wiederum aus Untersuchungen eines Wissenschaftlerteams der Universität Kiel und des DFG – Forschungszentrums Ozeanränder in Bremen. Diese untersuchten winzige kalkschalentragende Meeresorganismen, die aus Bohrkernen stammen, welche im Pazifik vor der Küste Perus und vor Hongkong gewonnen wurden. Aus den Kalkschalen lassen sich also die klimatischen Bedingungen während ihrer Bildung recht gut ableiten: So bestimmte man beispielsweise das Verhältnis von Barium zu Calcium. Barium kommt in den Kalkschalen immer dann vor, wenn es einen Süßwassereintrag gegeben hat und das ist immer dann der Fall, wenn es starke Niederschläge gegeben hat. Barium ist das 14.häufigste (!) Element der Erdkruste und wird durch Niederschläge aus den Gesteinen (bis zu 0,2%!) ausgewaschen und gelangt so mit dem Süßwasser der Flüsse ins Meer. Das Salzwasser der Meere enthält dagegen nur winzigste Anteile an Barium (10-20 Milliardstel). Die Niederschlagshäufigkeit und -stärke lässt dann wiederum indirekte Rückschlüsse auf die jeweils herrschenden Temperaturen zu. Aber es gibt auch noch ein direktes Thermometer: Sauerstoff kommt in unterschiedlichen Isotopen vor, die zwar chemisch gleich sind, sich im Gewicht aber unterscheiden. Die beiden wichtigsten Varianten sind das leichte O16 – das den Löwenanteil ausmacht – und das schwere O18. Wasser mit der leichteren Form (Isotop O16) verdunstet eher als Wasser mit der schwereren Form (Isotop O18), so daß sich das schwerere Isotop O18 im Wasser und damit später auch in den Kalkschalen temperaturabhängig anreichern kann. Bei niedrigen Temperaturen verdunstete fast nur Wasser mit O16, und gelangte durch Schneefälle auf den wachsenden antarktischen Eisschild. Bei höheren Temperaturen kam dagegen auch immer mehr Wasser mit O18 hinzu. Das O16/O18 – Verhältnis ist also ein guter Temperaturanzeiger.

Vor dem abrupten Klimawandel in der Antarktis war die Erdachse relativ stark geneigt. Das ergab wegen des hohen Sonnenstandes warme Sommer in denen das Eis in der Antarktis wegschmolz, aber im Gegenzug auch kalte Winter, die jedoch niederschlagsarm waren. Dann wurde der Neigungswinkel der Erdachse plötzlich geringer, was den abrupten Klimawandel hervorrief. Die Sommer wurden nun kühler, so daß das Eis der Antarktis nicht mehr komplett wegschmelzen konnte. Die Winter wurden dafür milder und deswegen auch niederschlagsreicher. Starke Schneefälle vergrößerten den kontinentalen Eisschild der Antarktis. Das wachsende Eis reflektierte dementsprechend stärker das Sonnenlicht, so daß es noch kälter wurde (positive Eis-Albedo-Rückkopplung). Die Abkühlung wurde nach Ansicht der Wissenschaftler über einen Rückgang der Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Erdatmosphäre global wirksam, denn in dem abgekühlten Wasser des Südpolarmmeeres konnte sich mehr CO2 lösen, welches dann in der Luft fehlte.  

Ebenso gut könnten aber auch die Wolken eine Globalisierung der Abkühlung bewirkt haben: Wird es nämlich kälter, so gibt es auch weniger Niederschläge. Bei größerer Trockenheit wird die Luft staubiger und damit gibt es auch mehr Kondensationskeime für Wolken. Das fördert natürlich direkt die Wolkenbildung. Außerdem werden die Wolken auch noch heller, da sich wegen der vermehrten Kondensationskeime in der Luft mehr und kleinere Wolkentröpfchen bilden. Insgesamt gesehen wird deutlich mehr Sonnenlicht durch mehr und hellere Wolken in den Weltraum reflektiert als zuvor. Damit wird es global gesehen kälter.

Ein weiterer Effekt unterstützt diese Abkühlung noch: Mit den abnehmenden Temperaturen des Oberflächenwassers der Ozeane, infolge der globalen Abkühlung, findet eine bessere Duchmischung mit dem kalten, mineralstoff- und nährstoffreichen Tiefenwasser statt. Das Algenwachstum in den oberflächennahen Wasserschichten, wo es dafür hell genug ist, nimmt bei einem größeren Mineral- und Nährstoffangebot deutlich zu. Algen produzieren wiederum Sulfataerosole, die ebenfalls gute Kondensationskeime für Wolken sind.

Die starke Vereisung der Antarktis währte etwa 80.000 Jahre, ein geologisch gesehen kurzer Zeitraum. Der Übergang von einem warmen zu einem sehr kalten Klima vollzog sich, wie oben schon angedeutet, aber wohl wesentlich schneller. Wie schnell es gehen könnte, lässt sich vielleicht beantworten, wenn man zwei abrupte Klimaumschwünge aus historischer Zeit betrachtet, welche ebenfalls durch Änderungen  der Erdachsneigung ausgelöst wurden. Vor rund 10.000 Jahren verwandelte sich die Sahara durch eine erhöhte Erdachsneigung innerhalb weniger Generationen in eine blühende Savannenlandschaft, weil sie nun der weiter nach Norden vordringende Monsunregen  erreichte, um dann vor etwa 6000 Jahren durch eine Verringerung der Erdachsneigung wieder zur Wüste zu werden(http://www.stern.de/wissenschaft/natur/566139.html  und http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/173159.html).

Jens Christian Heuer   

Quellen: http://www.scinexx.de/ und http://idw-online.de/

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25 Juli, 2008 at 23:15 pm

Veröffentlicht in Jens Christian Heuer, Klimaforschung

Zerfall des Wilkins-Schelfeises in der Westantarktis

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Am Wilkins-Schelfeis ist die größte Eisplatte seit Beginn der Satellitenaufnahmen abgebrochen. Das Eis bröckelt täglich. Radaraufnahmen des europäischen Umweltsatelliten ENVISAT (http://envisat.esa.int) zeigen, daß seit Ende Juni eine Eisplatte von 1350 Quadratkilometern Fläche abgebrochen ist. Das sind mehr als 10% der Gesamtfläche. Eigentlich sind Abbrüche normal, aber in der letzten Zeit kommen sie immer häufiger vor und nun sogar auch im antarktischen Winter. Schon im Februar waren 425 Quadratkilometer weggebrochen, im Mai verlor das Wilkins-Schelfeis in nur zwei Tagen 120 Quadratkilometer. Der jetzige Abbruch hat mit seinen 1350 Quadratkilometern ein weit verheerenderes Ausmaß. Neue Daten des British Antarctic Survey, des britischen Polarforschungsprogramms, belegen, daß die Wassertemperaturen im Bereich der antarktischen Halbinsel angestiegen sind. Das Schelfeis taut deshalb von unten. Da dies an verschiedenen Stellen unterschiedlich schnell geschieht, ergeben sich unterschiedlich große Auftriebskräfte, die  zu Biegespannungen im Eis führen und dann zu Rissen von 10 bis 20 km Länge, die sich schlagartig ausdehnen. Durch die Eisabbrüche entstehen neue Biegespannungen und Risse im Eis. Diese Schädigungszonen destabilisieren das Schelfeis weiter und erlauben eine Vorhersage, wo das Eis als nächstes brechen wird. Schmelzwasser spielt zumindest im antarktischen Winter keine Rolle bei der Destabilisierung der Schelfeisfläche, da diese dann komplett zugefroren ist. Die Analyse der aktuellen Satellitendaten hat ergeben, daß das aktuelle Abbruchereignis noch nicht vorbei ist. Die Risse deuten darauf hin, daß am Ende bis zu 2150 Quadratkilometer abgebrochen sein werden.

Das Wilkins – Schelfeis zerbricht. Schelfeis ist eine große Eisplatte, die zwar auf dem Wasser schwimmt, aber mit einem Gletscher an Land fest verbunden ist. Am äußeren Rand der Eisplatte brechen immer wieder Eisberge ab. Man spricht vom „Kalben“ des Schelfeises. Wenn das Schelfeis aber ganz verschwindet, wandern die Festlandgletscher schneller in Richtung Meer.
Die Stabilität des antarktischen Festlandeisschildes gerät in Gefahr. Quelle: ESA

Der beschleunigte Zerfall des westantarktischen Schelfeises könnte mit dem globalen Klimawandel durch die zunehmende Emission von Treibhausgasen zusammenhängen. Aber die Erwärmung der westantarktischen Halbinsel geht mit einer gleichzeitigen Abkühlung der flächenmäßig viel größeren Ostantarktis einher. Dieser scheinbare Widerspruch zur Theorie der globalen Erwärmung durch Treibhausgase lässt sich  aber womöglich auflösen. Dazu 4 Thesen:

1) Das Ozonloch, schwerpunktmäßig über der sehr kalten Ostantarktis führt dort zu einer direkten Abnahme des Treibhauseffektes, denn Ozon ist ein Treibhausgas wie Kohlendioxid und Methan.

2) Die Abkühlung der Stratosphäre über der Antarktis durch Ozonabbau und Zunahme des stratosphärisch abkühlend wirkenden Kohlendioxids verstärkt den Polarwirbel und damit auch den südlichen Polarfrontjetstream und die Westdrift. Dadurch wird die polare Kaltluft der Antarktis besser eingeschlossen. Die nun überwiegende zonale (breitenkreisparallele) Luftzirkulation lässt die gesamte Antarktis kälter werden! Aber:

3) Die weit nach Norden ragende Antarktische Halbinsel der Westantarktis liegt voll im Einflussbereich der Westdrift, also auch der von West nach Ost ziehenden dynamischen Tiefdruckgebiete, die relativ milde Luft mitführen. Die meridionale (längenkreisparallele) Ausrichtung der westantarktischen Halbinsel begünstigt meridionale Luftströmungen, wodurch milde Luftmassen die Westantarktis besonders leicht erreichen können. Entsprechendes geschieht auch mit den durch die Westdrift angetriebenen Meeresströmungen.

4) Die globale Erwärmung verschiebt den Polarfrontjet der Südhalbkugel und damit auch die dazugehörige Westdrift südpolwärts.Ursache ist ein „Vordringen“ der tropischen Warmluft und ein „Rückzug“ der Kaltluft in die engere Polregion. Das verstärkt noch die Erwärmung der Westantarktis und erklärt auch die ansatzweise schon beginnende Erwärmung der ostantarktischen Küste. Dementsprechend verändern sich auch wiederum die von der Westdrift angetriebenen Meeresströmungen.

Auch die Karte der Temperaturtrends in der Antarktis von 1984-2004 scheint diese 4 Thesen zu bestätigen:

Stichwort Treibhausgase: Der Erdboden absorbiert die Strahlung der Sonne , wandelt sie in Wärme um und wirkt als Heizfläche für die Atmosphäre darüber. Entsprechend seiner Temperatur strahlt der Erdboden im Infraroten in Richtung Weltraum. Diese Infrarotstrahlung wird aber teilweise durch die Treibhausgase (Kohlendioxid, Wasserdampf, Methan, Lachgas und Ozon)  wiederum zurückgehalten. Die Moleküle der Treibhausgase sind infrarotaktiv und absorbieren bestimmte ausgewählte Wellenlängen der Infrarotstrahlung des Erdbodens – wobei sie in Schwingungen geraten – und geben einen Großteil der empfangenen Energie durch Stöße an die zahlreichen Nachbarmoleküle anderer Atmosphärengase ab, wozu natürlich auch die jeweils anderen Treibhausgase gehören. Die Atmosphäre erwärmt sich dabei ein wenig, und die in ihr enthaltenen Treibhausgase strahlen dementsprechend im  Infraroten. Ein Teil  davon gelangt als infrarote Gegenstrahlung wieder zurück zum Erdboden, der dadurch zusätzliche Wärme erhält. Der Erdboden wird dadurch wärmer als durch die Sonnenstrahlen alleine. Die Wirkungen der Treibhausgase addieren sich, können sich aber auch gegenseitig überproportional verstärken. Nimmt beispielsweise die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Luft zu, so wird es nur ein wenig wärmer. Die wärmere Luft kann jedoch mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Wasser (H2O) ist ein wesentlich stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid (CO2). Damit verstärkt das H2O in der Atmosphäre den relativ geringen Treibhauseffekt des CO2 (Wasserdampfverstärkung).

In der Stratosphäre erreicht aber kaum noch Infrarotstrahlung vom Erdboden die Treibhausgase, da die Treibhausgase in der Troposphäre darunter schon fast alles absorbiert haben. Die Treibhausgase in der Stratosphäre werden nur durch Zusammenstöße mit Molekülen anderer Atmosphärengase erwärmt. Da die Luft hier schon recht dünn ist, können sie einen erheblichen Teil der so erhaltenen Wärme in den Weltraum abstrahlen, bevor sie durch erneute Zusammenstöße mit Nachbarmolekülen wieder zurückgegeben werden kann. Diese Wärme geht der Stratosphäre damit unwiderruflich verloren. Eine Zunahme von Treibhausgasen wirkt in der Stratosphäre also abkühlend, was sich ganz besonders in der Polarnacht bemerkbar macht, wo es praktisch keine Wärmezufuhr durch die Sonne mehr gibt. Dadurch wird auch der Polarwirbel verstärkt.

Stichwort Polarwirbel: Der Polarwirbel bildet sich in der Stratosphäre, der nächsthöheren Atmosphärenschicht oberhalb der Troposphäre, wo sich die allermeisten Wettervorgänge abspielen. Der Polarwirbel ist ein Tiefdruckwirbel, der bis in die mittlere Troposphäre hinabreicht. Die Stratosphäre enthält größere Mengen an Ozon, das die für das Leben gefährlichen Anteile der von der Sonne kommenden Ultraviolettstrahlung absorbiert. Deshalb ist die Stratosphäre deutlich wärmer als die obere Troposphäre. Ein Polarwirbel bildet sich nur, wenn die Stratosphäre über dem Pol sehr kalt wird. Das passiert immer während der Polarnacht, wenn keine Sonnenstrahlen das vorhandene Ozon erwärmen können. Ein kräftiger Polarwirbel treibt den Jetstream an und verstärkt damit die Westdrift.

Stichwort Polarfrontjetstream: An der Polarfront, wo tropische Warmluft und polare Kaltluft aneinander grenzen, entwickelt sich aufgrund des Temperaturunterschieds ein starker Höhenwind, der Jetstream, welcher maßgeblich das Wettergeschehen bestimmt: Durch den Temperaturunterschied entsteht mit zunehmender Höhe ein immer deutlicheres Luftdruckgefälle (Druckgradient) zwischen den beiden Luftmassen, da sich warme Luft mehr ausdehnt als kalte Luft (In warmer Luft nimmt der Luftdruck mit zunehmender Höhe dementsprechend langsamer ab). Dieses Luftdruckgefälle treibt den Jetstream an, eine polwärts gerichtete Höhenströmung, die wegen der Erdrotation aber zu einem Westwind abgelenkt wird und sich oft bis zum Boden hin durchsetzt (Westdrift). Bei Erreichen einer kritischen Strömungsgeschwindigkeit beginnt der Jetstream zu mäandern (Rossby-Wellen). Kleine Störungen im Jetstream aufgrund eines nicht überall gleichen Temperaturgefälles an der Polarfront (Konvergenzen und Divergenzen) erzeugen abwärts gerichtete Hochdruckwirbel und aufwärts gerichtete Tiefdruckwirbel, welche dann die polare Kaltluft und die tropische Warmluft miteinander vermischen. Folge: Das Temperatur- und Druckgefälle an der Polarfront geht zurück. In den abwärts gerichteten Hochdruckwirbeln (Hochs) sinken die Luftmassen großflächig ab und erwärmen sich dabei. Die Wolkenbildung wird infolgedessen erschwert, vorhandene Wolken lösen sich auf, und das Wetter ist heiter und trocken. Innerhalb der aufwärts gerichteten Tiefdruckwirbeln werden die Luftmassen gehoben und kühlen sich dabei ab, so daß sich bei ausreichender Luftfeuchtigkeit viele Wolken bilden können. Sehr oft kommt es dann auch zu Niederschlägen.  Die Hochs befinden sich innerhalb der mit tropischer Warmluft gefüllten Wellenberge (Hochkeile) der Rossby-Wellen, die Tiefs dagegen (vorwiegend) innerhalb der mit polarer Kaltluft gefüllten Wellentäler (Höhentröge). Einige Hochs bilden gemeinsam den subtropischen Hochdruckgürtel. Die Tiefs wandern mit der Westdrift und sorgen unter ihren Zugbahnen für ein wechselhaftes aber mildes Wetter. Durch einen starken, nur wenig mäandernden Jetstream wird die polare Kaltluft wie von einem Zaun eingeschlossen, aber auch die tropische Warmluft kann kaum polwärts vordringen. Ein meridionaler (längenkreisparalleler) Luftaustausch findet also praktisch nicht statt. Dem Wechsel der Jahreszeiten folgend, verlagert sich der Polarfrontjetstream; im Sommer polwärts und im Winter  äquatorwärts.

Jens Christian Heuer 

Quelle: ESA Earthnet Online http://envisat.esa.int/ 

Written by jenschristianheuer

13 Juli, 2008 at 00:46 am

Veröffentlicht in Klimadebatte, Klimaforschung

Der Klimareport des NIPCC

with one comment

Das Nongovernmental International Panel on Climate Change (Internationale Nichtregierungskommission zum Klimawandel, NIPCC) veröffentlichte im März 2008 einen Klimareport der zu ganz anderen Ergebnissen kommt als der offizielle Bericht des Weltklimarates, des International Panel on Climate Change (Internationale Regierungskomission zum Klimawandel, IPCC) aus dem Jahre 2007.Einer der führenden Köpfe des schonim Jahre 2003 von klimaskeptischen Wissenschaftlern aus den Vereinigten Staaten und Europa gegründeten NIPCC, der amerikanische Atmosphärenphysiker Prof. Fred. Singerfasste das Ergebnis des neuen Klimareports in einem Satz zusammen: „Die Natur und nicht der Mensch beherrscht das Klima!“. Der Einfluss des Menschen auf das Klima ist danach äußerst gering und darf vernachlässigt werden. Sämtliche beschlossenen oder geforderten Klimaschutzmaßnahmen sind daher rausgeschmissenes Geld und schaden nur der wirtschaftlichen Entwicklung.Der Klimawandel ist natürlich und unaufhaltsam. Eine gute Politik hilft deshalb den Menschen dabei, sich an den unvermeidlichen Klimawandel anzupassen. Die Aussagen des NIPCC beruhen nur zu einem geringen Teilauf eigener Forschung der beteiligten Wissenschaftler,sondern auf einerNeubewertung der IPCC – Daten. Die wichtigsten Punkte des NIPCC-Klimareports werden nun kurz vorgestellt und besprochen:

1) Einer der entscheidenden Belege („smoking gun“) für eine anthropogene, globale Erwärmung durch den Treibhauseffekt war die  „Hockey-Stick“-Grafik im IPCC Bericht des Jahres 2001. Doch diese Analyse der Temperatur-Daten  war falsch und so voll von statistischen Fehlern, daß sie im IPCC Bericht von 2007  unter vielen anderen Kurven regelrecht versteckt wurde.   

 

Hockey -Stick-Kurve Quelle: IPCC

Kommentar: Diese Kritik scheint grundsätzlich berechtigt. Tatsächlich enthält die Hockey-Stick-Kurve  Fehler, die möglicherweise dazu führen, daß die Temperaturen im mittelalterlichen Klimaoptimum unterschätzt wurden. Andere Temperaturrekonstruktionen der letzten 1000 Jahre, die zumindest nach bisheriger Kenntnis derartige statistischen Fehler nicht enthalten zeigen aber, ähnlich wie die Hockey-Stick-Kurve, einen beispiellosen Temperaturanstieg in den letzten Jahrzehnten.

Die Grundaussage der Hockey-Stick-Kurve scheint also doch zu stimmen.

  

Temperaturrekonstruktion der letzten 1000 Jahre für die Nordhalbkugel Quelle: IPCC

2) Zur Unterstützung der Argumente für die anthropogene, globale Erwärmung stellt das IPCC eine Korrelation zwischen dem Anstieg der CO2-Emissionen und dem Anstieg der Temperaturen fest.  Aber Korrelation begründet noch lange keine Kausalität.  Historisch gesehen, wie in Eisbohrkernen gemessen, erfolgte der Anstieg des CO2 immer nach dem Temperaturanstieg, also verzögert.  Daher ist das CO2  ganz gewiss nicht die dominierende Kraft der Temperaturveränderung in der Vergangenheit. …

Kommentar: Die Eisbohrkerne zeigen genau das, was die meisten Klimaforscher vorher schon länger erwartet hatten: In der Vergangenheit waren die Treibhausgase nicht das auslösende Moment des Klimawandels, sondern die Milankovich-Zyklen. Die Änderungen bei der Sonneneinstrahlung und damit auch die Veränderungen der globalen Temperatur (oder Temperaturverteilung) aufgrund der Milankovich-Zyklen führen zu Veränderungen bei den Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre, die dann wiederum die anfangs kleinen Temperaturänderungen verstärken. So wird z.B. bei einer leichten Erwärmung durch Milankovich, aus den Ozeanen Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt, wodurch sich der Treibhauseffekt verstärkt. Nur durch die Vermittlung der Treibhausgase lässt sich das tatsächliche Ausmaß der Temperaturschwankungen zwischen Eis- und Warmzeiten erklären (Rahmstorf). Die Milankovich-Zyklen sind der Taktgeber und die Treibhausgase die Verstärker des Klimawandels! Durch die vom Menschen zusätzlich in die Atmosphäre entlassenen Treibhausgase wird der natürliche Klimawandel  wahrscheinlich übersteuert. 

Stichwort Eisbohrkerne: Eisbohrkerne werden aus Gletschern gewonnen und stellen ein einmaliges Klimaarchiv dar. In Gegenden, wo es kalt und feucht genug für eine Gletscherbildung ist wird der alljährlich fallende Schnee durch die Lagen von in späteren Jahren fallendem Schnee allmählich zusammengepresst und schließlich in Eis verwandelt. Sommerschnee bildet größere Eiskristalle als Winterschnee, so daß Eis-Jahresschichten entstehen, die eine spätere Altersbestimmung des Eises erlauben. Unter günstigen Bedingungen kann man aus Gletschereis kilometertiefe Eisbohrkerne gewinnen, die dann hunderttausende von Jahren in die Vergangenheit zurückreichen. Die Eisbohrkerne enthalten eine Fülle von Informationen über die Klimabedingungen der Vergangenheit. So enthält das Eis Lufteinschlüsse, die die Zusammensetzung der Atmosphäre zum jeweiligen Zeitpunkt verraten. Auch die Temperaturen lassen sich bestimmen, die zum Zeitpunkt herrschten, als der Schnee fiel, der dann später zur jeweiligen Eisschicht zusammengedrückt wurde. Dazu bedient man sich eines besonderen Tricks: Der Sauerstoff im Wassereis kommt in verschiedenen unterschiedlichen Isotopen vor, die zwar chemisch gleich sind, sich im Gewicht aber unterscheiden. Die beiden wichtigsten Varianten sind das leichte O16 – das den Löwenanteil ausmacht – und das schwere O18. Wasser mit der leichteren Form (Isotop O16) verdunstet eher als Wasser mit der schwereren Form (Isotop O18), so daß sich das leichtere Isotop O16 in den als Schnee fallenden Niederschlägen temperaturabhängig anreichern kann. Bei niedrigen Temperaturen verdunstete fast nur Wasser mit O16, bei höheren Temperaturen kam auch immer mehr Wasser mit O18 hinzu. Das O16/O18 – Verhältnis lässt also Rückschlüsse auf die Temperatur zu. Die Stärke der jeweiligen Niederschläge ergibt sich aus dem Dicke der Eisschichten. Auch Staubeinschlüsse lassen Rückschlüsse auf Kalt- oder Warmzeiten zu .In Kaltzeiten ist die Luft staubiger, in Warmzeiten wird der Staub durch die dann häufigeren und stärkeren Niederschläge aus der Luft gewaschen. Die Staubverteilung zeigt dagegen die jeweils vorherrschenden Windrichtungen an. Vulkanausbrüche verraten sich durch eine Ascheschicht in den Eisbohrkernen. 

Stichwort Milankovich-Zyklen: Milankovich-Zyklen sind periodische Veränderungen der Erdumlaufbahn um die Sonne, die durch die Schwerkrafteinwirkung anderer Planeten unseres Sonnensystems verursacht werden. Dadurch ändert sich erstens die Bahn der Erde selbst. Sie ist einmal mehr elliptisch und dann wieder beinahe kreisförmig (hohe und niedrige Exzentrizität). Das hat natürlich Auswirkungen auf die Sonneneinstrahlung. Zweitens ändert sich der Neigungswinkel der Rotationsachse zur Senkrechten auf der Bahnebene, d.h. die Erde neigt sich mal mehr und mal weniger zur Sonne hin. Die Jahreszeiten sind dann mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Und drittens taumelt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne wie ein sich drehender Kreisel (Präzession). Dadurch herrscht auf der Nordhalbkugel (Südhalbkugel) einmal Sommer (Winter), wenn die Erde den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn erreicht und das andere Mal sind die Rollen von Nord- und Südhalbkugel vertauscht. Die Winter und Sommer auf den Erdhalbkugeln fallen dann jeweils wärmer oder kälter aus.


Quelle: http://www.hamburger-bildungsserver.de

Stichwort Treibhauseffekt: Der Treibhauseffekt kommt dadurch zustande, daß der Erdboden die Strahlung der Sonne absorbiert, in Wärme umwandelt, die Atmosphäre von unten erwärmt, aber einiges von der Wärme auch wieder in den Weltraum abstrahlt (Infrarotstrahlung), wovon die Treibhausgase (Kohlendioxid, Wasserdampf, Methan, Lachgas) wiederum einen Anteil zurückhalten. Die Moleküle der Treibhausgase sind infrarotaktiv und absorbieren bestimmte ausgewählte Wellenlängen der Infrarotstrahlung des Erdbodens – wobei sie in Schwingungen geraten – und geben einen Großteil der empfangenen Energie durch Stöße an die zahlreichen Nachbarmoleküle anderer Atmosphärengase ab, wozu auch die jeweils anderen Treibhausgase gehören. Die Atmosphäre erwärmt sich dabei ein wenig und und die in ihr enthaltenen Treibhausgase entwickeln eine dementsprechende Infrarotstrahlung. Ein Teil  davon gelangt als infrarote Gegenstrahlung wieder zurück zum Erdboden, der dadurch etwas Wärme zurückerhält und so langsamer auskühlt. Der andere Teil der Infrarotstrahlung geht in den Weltraum. Aufgrund der verzögerten Auskühlung erwärmt sich der Erdboden durch die Sonnenstrahlung auf höhere Temperaturen, als wenn es keine Treibhausgase gäbe. Die Erdoberfläche gibt dann dem Temperaturanstieg entsprechend einerseits mehr Infrarotstrahlung – mit den zahlreichen Wellenlängen, die die Treibhausgase nicht absorbieren können (Infrarotfenster) – in den Weltraum ab, andererseits gibt der durch den Treibhauseffekt erwärmte Erdboden seine zusätzliche Wärme von unten an die unteren Luftschichten der Troposphäre weiter, was wiederum die Konvektion (Luftumwälzung) verstärkt. Letztendlich stellt sich  ein neues Strahlungsgleichgewicht auf höherem Temperaturniveau ein. Die Wirkungen der Treibhausgase addieren sich, können sich aber auch gegenseitig überproportional verstärken. Nimmt beispielsweise die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Luft zu, so wird es nur ein wenig wärmer. Die wärmere Luft kann jedoch mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Wasser (H2O) ist ein wesentlich stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid (CO2). Damit verstärkt das H2O in der Atmosphäre den relativ geringen Treibhauseffekt des CO2 (Wasserdampfverstärkung).

… Von 1940-1975 und erneut seit 1998 hat das CO2 zugenommen, während die Temperatur sank. Dies zeigt, dass die Temperatur von anderen Faktoren beherrscht wurde bzw. beherrscht werden kann.

Kommentar:  Niemals wurde von einem der an den IPCC – Berichten beteiligten Klimaforscher jemals behauptet, das CO2  (oder die anderen Treibhausgase) allein steuerten das Klima! Das gilt sowohl für die Vergangenheit (s.o.) als auch für die Gegenwart. Vielmehr wird von einem Zusammenspiel externer Faktoren wie der Sonne und interner Rückkopplungen des Klimasystems ausgegangen. Bei diesen internen Rückkopplungen spielen die Treibhausgase zwar eine wichtige Rolle, es gibt aber auch andere Mitspieler! Von daher ist es nicht unbedingt überraschend, wenn es vorübergehend zu einer Entkopplung zwischen dem Treibhausgas CO2  und der globalen Durchschnittstemperatur kommt. So war es in den Jahren 1940-1975 und so ist es anscheinend auch wieder seit 1998. Diese vorübergehenden Abkühlungsphasen könnten meines Erachtens die Gegenreaktion des Klimasystems auf die jeweils vorangegange globale Erwärmung sein.

Die globale Durchschnittstemperatur 1850-2007 Quelle: Met Office Hadley Centre

Ein kleines, von mir entwickeltes Szenario sei hier kurz vorgestellt: Die im Verlauf der letzten Jahre überproportionale Erwärmung in der Arktis aufgrund einer Eis-Albedo-Rückkopplung vermindert den Temperatur- und Druckgradienten an der Polarfront. Der Jetstream wird dadurch langsamer und es gibt weniger (und schwächere) Stürme. Der abschwächte Jetstream mäandert deutlich stärker als zuvor, so daß die polare Kaltluft von ihm nicht mehr so gut „eingeschlossen“ wird. Vor allem im Winter kommt es zu gehäuften, (extremen) Kaltluftausbrüchen nach Süden (Kaltlufttröge und Kaltlufttropfen, s.u.). Die mit der Erwärmung einhergehende Eisschmelze in der Arktis verändert darüber hinaus die thermohaline Zirkulation des Golfsstroms: Der nordatlantische Arm wird schwächer und damit kühler, der subtropische Arm dagegen stärker und wärmer. Normalerweise verstärkt das warme Golfstromwasser das Islandtief – durch die erhöhte Wasserverdunstung bekommt es mehr „Treibstoff“ in Form von latenter Wärme – und damit auch das Luftdruckgefälle zwischen Islandtief und Azorenhoch. Die beiden Druckgebilde treiben aber ihrerseits wieder den Jetstream an, indem sie die Polarfront durch Zufuhr von tropischer Warmluft und polarer Kaltluft verstärken. Ein schwächer ausgeprägter Golfstrom im Nordatlantik verlangsamt also  den Jetstream noch mehr und fördert so noch zusätzlich die Kaltluftausbrüche. Diese finden bevorzugt über schnell auskühlenden (kontinentalen) Landmassen wie beispielsweise Zentralasien oder Nordamerika statt, weil dort die Kaltluft am besten vorankommt. Die gehäuften Kaltluftausbrüche führen zu einer starken Eisneubildung in der Arktis, zu sehr heftigen Schneefällen, ja sogar Schneestürmen. Die Eis-Albedo-Rückkopplung sorgt dann für eine weitere Abkühlung. Das wärmere Wasser im subtropischen Arm des Golfstroms begünstigt die Entstehung tropischer Wirbelstürme. Auch Kaltlufttropfen könnten sich zu echten Wirbelstürmen entwickeln, wenn sie weit genug in den Süden gelangen und dort über eine ausreichend warme Wasseroberfläche hinwegziehen. Wirbelstürme wirken wie Kühlmaschinen, indem sie durch ihre starke und hochreichende Wolkenbildung latente Wärme nach oben abtransportieren, wo sie dann im Infraroten in den Weltraum abgestrahlt wird. Nach einiger Zeit schwingt das Pendel in Richtung Erwärmung zurück, denn durch die Abkühlung steigt das Temperatur- und Druckgefälle an der Polarfront wieder. Außerdem bringt die massive Eisneubildung in der Arktis während der vorübergehenden Abkühlung auch die thermohaline Zirkulation des Golfstroms wieder in Schwung, was die Polarfront weiter verstärkt. Dadurch wird der Jetstream wieder schneller, und es entstehen mehr Sturmtiefs, die unter ihren Zugbahnen für milde Wetterverhältnisse sorgen. Der stärkere Jetstream schließt die polare Kaltluft wieder besser ein, so daß Kaltluftausbrüche seltener werden. Das Klima pendelt dann vielleicht zwischen kurzfristiger Abkühlung und weiter zunehmender Erwärmung hin und her. Womöglich wird sich aber letztendlich die Erwärmung durchsetzen. Dabei könnte das Treibhausgas Methan eine entscheidende Rolle spielen. Bei ansteigenden Temperaturen wird es durch den Zerfall von Methanhydraten am Meeresgrund, aber auch durch das Auftauen des Permafrostbodens in der Arktis freigesetzt. Methan wird dann wiederum die globale Erwärmung in einer positiven Rückkopplung verstärken.

Stichwort Eis-Albedo-Rückkopplung: Eis und Schnee sind hell (hohe Albedo), reflektieren sehr gut das Sonnenlicht und wirken daher abkühlend. Eine Zunahme der Schnee- und Eisbedeckung verstärkt also die Abkühlung und diese wieder die Schnee- und Eisbedeckung. Diese positive Rückkopplung funktioniert natürlich auch in umgekehrter Richtung, wenn durch eine Schnee- und Eisschmelze dunklerer Untergrund freigelegt wird, der das Sonnenlicht kaum reflektiert, aber gut absorbiert.

Stichwort Jetstream: Der Jetstream, ein starker Höhenwind entsteht aufgrund des Temperaturunterschieds an der Polarfront, wo tropische Warmluft und polare Kaltluft aneinander grenzen, jeweils auf der Nord- und der Südhalbkugel. Beide Jetstreams bestimmen maßgeblich das Wettergeschehen über großen Teilen ihren Halbkugeln, so etwa auf der Nordhalbkugel bei uns in Europa. Durch den Temperaturunterschied zwischen den beiden Luftmassen entsteht entwickelt sich ein deutliches Luftdruckgefälle, da der Luftdruck mit zunehmender Höhe über dem Erdboden in warmer Luft  deutlich schneller abnimmt als in kalter Luft. Dieses Luftdruckgefälle treibt den Jetstream an, eine polwärts gerichtete Höhenströmung, die wegen der Erdrotation aber zu einem Westwind abgelenkt wird und sich bis zum Boden hin durchsetzt (Westwindzone, Westdrift). Bei Erreichen einer kritischen Strömungsgeschwindigkeit beginnt der Jetstream zu mäandern (Rossby-Wellen). Kleine Störungen im Jetstream erzeugen Turbulenzen, aus denen Hoch- und Tiefdruckwirbel entstehen, welche dann die polare Kaltluft und die tropische Warmluft miteinander vermischen. Folge: Das Temperatur- und Druckgefälle an der Polarfront geht zurück. Die Hochdruckwirbel (Hochs) sind abwärts gerichtet, so daß die Luftmassen großflächig absinken und sich dabei erwärmen. Die Wolkenbildung wird infolgedessen erschwert und vorhandene Wolken lösen sich auf. Das Wetter ist heiter und trocken. Die Tiefdruckwirbel (Tiefs) sind aufwärts gerichtet, die Luftmassen werden gehoben, kühlen sich dabei ab, so daß sich bei ausreichender Luftfeuchtigkeit viele Wolken bilden können. Sehr oft kommt es auch zu Niederschlägen.  

Die Hochs halten sich vorwiegend innerhalb der mit tropischer Warmluft gefüllten Wellenberge (Hochkeile) der Rossby-Wellen auf, die Tiefs dagegen vorwiegend innerhalb der mit polarer Kaltluft gefüllten Wellentäler (Höhentröge). Die Hochs, darunter auch das bekannte Azorenhoch, bilden gemeinsam den subtropischen Hochdruckgürtel. Die Tiefs gelangen mit der Westdrift nach Europa und sorgen unter ihren Zugbahnen für ein wechselhaftes aber mildes Wetter. Durch einen starken, nur wenig mäandernden Jetstream wird zudem die polare Kaltluft gut eingeschlossen, so daß nur wenige Kaltluftausbrüche gen Süden das milde Wetter unterbrechen. Dem Wechsel der Jahreszeiten folgend, verlagert sich der Jetstream, also auch die Grenze zwischenpolarer tropischer Warmluft und polarer Kaltluft, im Sommer polwärts und im Winter mehr äquatorwärts. 

Abkühlend wirken aber auch die Sulfataerosole: In den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts erlebten Europa, die USA und Japan spektakuläre Wirtschaftaufschwünge, die mit einer starken Luftverschmutzung einhergingen. Dadurch stieg die Konzentration der Sulfataerosole in der Atmosphäre. Sulfataerosole reflektieren direkt das Sonnenlicht und unterstützen als Kondensationskeime die Bildung von Wolken, welche ebenfalls das Sonnenlicht reflektieren. Durch eine erhöhte Anzahl an Kondensationskeimen bilden sich zudem mehr kleine Wassertröpfchen, wodurch die Wolken heller erscheinen und das Sonnenlicht besser reflektieren. Die Sulfataerosole wirken dadurch abkühlend. In den siebziger Jahren führten Umweltschutzmaßnahmen in den betreffenden Staaten zu einem deutlichen Rückgang der Luftverschmutzung und damit auch der Sulfataerosole. Der Treibhauseffekt blieb dadurch weitgehend ungestört, und die globalen Temperaturen kletterten wieder. In den Achtzigern, vor allem aber in den neunziger Jahren begann in den asiatischen Tigerstaaten (China, Taiwan, Südkorea, Malaysia, Singapur, Vietnam und Indien) ein gewaltiger Wirtschaftsaufschwung mit einer beispiellos schnellen, nachholenden Industrialisierung, die bis heute aber leider auf begleitende Umweltschutzmaßnahmen  weitestgehend verzichtet. Dadurch gelangten wieder mehr abkühlend wirkende Sulfataerosole in die Atmosphäre.

Der amerikanische Klimaforscher Prof. Richard Lindzen hat noch eine weitere sehr interessante Erklärung anzubieten: Mit zunehmender Erwärmung kann die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch nimmt die Wachstumsrate der Regentropfen in den großen Quell- und Gewitterwolken deutlich zu, so daß auch die Niederschläge ergiebiger werden. Folge: Es gelangt weniger Feuchtigkeit in die oberen Luftschichten der Troposphäre, so daß sich weniger hohe Cirruswolken bilden können. Damit überwiegen die tiefen Wasserwolken, die abkühlend wirken, indem sie das Sonnenlicht reflektieren (Iris-Effekt). Eine negative Rückkopplung also. Dieser Iris-Effekt wurde von der Mehrheit der Klimaforscher bestritten oder als vollkommen unbedeutend eingeschätzt. Neueste Messungen über den Tropen haben den Effekt jedoch -zumindest dort- eindrucksvoll bestätigt (http://www.uah.edu/News/newsread.php?newsID=875 und http://www.sciencedaily.com/releases/2007/11/071102152636.htm)!

Über den Tropen bilden sich in hochreichenden Konvektionszellen mit aufsteigender und sich dabei abkühlender, feuchter Warmluft mächtige Gewitterwolken mit einem Amboss aus Eiswolken (Cirrenschirm) und es kommt immer wieder zu heftigen Niederschlägen (Regen und Hagel). Die kalte, noch relativ feuchte Luft beginnt großräumig aus dem Amboss abzusinken, wobei sie sich mit zunehmendem Luftdruck wieder deutlich erwärmt, wodurch ihre relative Feuchtigkeit abnimmt, da ja wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Das Wasser der tropischen Meere wird durch die intensive Sonneneinstrahlung stark erwärmt, so daß sich Konvektionszellen mit Quellwolken bilden. Durch die aus dem Amboss absinkenden Luftmassen werden sie aber in ihrer Entwicklung gehemmt, denn Quellwolken können nur solange wachsen, wie die aufsteigende Luft in den Wolken wärmer ist als die Umgebungsluft. Die abgesunkenen und dabei erwärmten Luftmassen aus dem Amboss wirken daher als Sperrschicht (Inversion). Es bleibt so bei einer tiefen, geschichteten Quellbewölkung (Stratocumulus). Quelle: http://earthobservatory.nasa.gov/

Stichwort Wolken: Wolken bilden sich, wenn durch Wasserverdunstung feuchte Luft aufsteigt und abkühlt bis schließlich das Kondensationsniveau erreicht wird. Warme Luft kann wesentlich mehr Wasser aufnehmen als kalte Luft. Bei erreichen des Kondensationsniveaus bilden sich unendlich viele, mikroskopisch kleine Wassertröpfchen und so entsteht eine Wolke. Dabei wird Kondensationswärme frei, die latente Wärme. Sie entspricht der Wärmeenergie, die nötig war, um das Wasser zu verdunsten und die nun bei dem umgekehrten Vorgang wieder freigesetzt wird. Die bei der Wolkenbildung freigesetzte  latente Wärme gibt der aufsteigenden Luft neuen Auftrieb, denn solange diese wärmer ist als die Umgebungsluft, kann sie weiter aufsteigen. Dabei kondensiert der noch vorhandene Wasserdampf weiter aus. Die bei der Wolkenbildung freiwerdende latente Wärme fördert so ihrerseits die Wolkenbildung.

Die Wolkenbildung funktioniert aber nur dann richtig, wenn kleine Partikel als Kondensationskeime vorhanden sind, an denen sich die Wassermoleküle anlagern können, so daß Wassertröpfchen entstehen können. Je mehr Kondensationskeime vorhanden sind, umso kleiner sind die Wassertröpfchen und umso heller wird die Wolke. Bei den Kondensationskeimen handelt es sich um Staub-, Rußteilchen, aetherische Öle von Pflanzen  (Terpene) und um Sulfataerosole. Letztere stammen heutzutage oft aus industriellen Abgasen, werden aber auch von Pflanzen, vor allem aber von Meeresalgen in beachtlichem Umfang erzeugt.

Stichwort Wirkung der Wolken: Bei den verschiedenen Wolkenarten überwiegt entweder die abkühlende oder die erwärmende Wirkung: Die Wassertröpfchen in der Konvektionszone einer Quell- oder Gewitterwolke reflektieren die Sonnenstrahlen fast vollständig und wirken daher abkühlend. Die Eiswolken des Amboss (Cirrenschirm) lassen zwar das meiste Sonnenlicht hindurch, absorbieren aber sehr effektiv die Infrarotstrahlung vom Boden und erwärmen sich dabei. Ein beachtlicher Teil der Wärme wird als infrarote Gegenstrahlung wieder zurückgeschickt, die Restwärme wird in den Weltraum abgestrahlt. Sie wirken erwärmend. Die tiefen geschichteten Quellwolken unterhalb des Amboss reflektieren wie die hohen Quellwolken der Konvektionszone das Sonnenlicht sehr gut. Sie absorbieren aber auch die Infrarotstrahlung vom Erdboden. Da diese tiefen Wolken aber wegen ihrer warmen Oberseite davon praktisch genau soviel in den Weltraum abstrahlen, wie sie als Gegenstrahlung zum Erdboden zurückschicken, überwiegt eindeutig ihre abkühlende Wirkung. In den wolkenfreien und trockenen Regionen wird das meiste Sonnenlicht absorbiert, andererseits gelangt die Infrarotabstrahlung des Erdbodens aber auch nahezu ungehindert in den Weltraum.

 

Quelle: http://earthobservatory.nasa.gov/

Nach Schätzungen könnte der Iris-Effekt bis zu 75% der globalen Erwärmung durch vermehrte Treibhausgase in der Atmosphäre -wie sie die Zukunftsszenarien der gängigen Klimamodelle voraussagen- rückgängig machen, vor allem dann, wenn auch Quell- und Gewitterwolken außerhalb der Tropen mitbeteiligt sein sollten.

3) Die IPPC – Modelle  verwenden den Treibhauseffekt, um zu errechnen, was in der Zukunft bei einem Anstieg des CO2 geschehen könnte. Aber die Modelle weisen eine große Variabilität  auf und können die Wirkung der Wolken nicht richtig handhaben: Wolken spielen aber eine  wichtige Rolle in der globalen Temperaturänderung. …

Kommentar: Die Wirkung der Wolken wurde tatsächlich bisher in den Modellen nicht ausreichend berücksichtigt. Durch den schon besprochenen Iris-Effekt (nach Lindzen) könnte die globale Erwärmung auch längerfristig gesehen deutlich geringer ausfallen als in den meisten Klimamodellen angenommen. Das wäre schön!  Jeder negative Rückkopplungsmechanismus stößt jedoch irgendwann auch an seine Grenzen. In diesem Fall könnte das die Menge der vorhandenen Kondensationskeime sein. Und davon gibt es wegen der erhöhten Niederschläge infolge der globalen Erwärmung -wärmere Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf- tendenziell immer weniger. Starke Niederschläge waschen auch viel Staub aus der Luft, der ansonsten als Kondensationskeim für Wolken zur Verfügung gestanden hätte. Und noch etwas kommt hinzu: Bei zunehmenden Temperaturen des Oberflächenwassers der Ozeane, infolge der globalen Erwärmung, bildet sich dort eine stabile Wasserschichtung aus. Damit gelangen kaum noch Mineral- und Nährstoffe aus den tieferen und kälteren Wasserschichten in die oberflächennahen Wasserschichten, wo es hell genug für Algen ist. Das Algenwachstum geht zurück und damit gibt es auch weniger Sulfataerosole, die als Kondensationskeime für Wolken dienen können (vgl. oben, Stichwort Wolken).

Ferner ignorieren oder unterschätzen die Modelle den Einfluss der Sonnenaktivität auf das Klima. Zudem können sie das regionale Klima nicht genau vorhersagen: verschiedene Modelle geben sehr unterschiedliche Ergebnisse für das gleiche Gebiet.

Kommentar: Die veränderliche Sonnenaktivität ist für das Klima natürlich entscheidend, aber die direkten Auswirkungen sind gering. Erst durch die verstärkende Wirkung interner Rückkopplungsmechanismen des Klimasystems, darunter auch die Wirkungen der Treibhausgase, kommt ein erkennbarer Einfluss auf das globale Klima zustande.

4) Äußerst wichtig ist, dass die verwendete „Fingerprint“-Methode (Vergleich von beobachteten und modellierten Mustern der Temperatur-Trends) schlüssig zeigt, dass der Einfluss von Treibhausgasen auf den Klimawandel im Vergleich zu natürlichen Kräften nicht signifikant ist. 

 

Die graphische Darstellung der Trends zeigt die Unterschiede der Temperaturtrends (in Grad C / Jahrzehnt) in Bezug auf die Höhe in den Tropen genauer an [Douglass, Christy, Pearson, Singer. 2007]. Die Modelle ergeben eine Zunahme der Trends mit zunehmender Höhe, aber die Ballon- und Satelliten-Messungen lassen das nicht erkennen.

Ein Vergleich zwischen den vom IPCC verwendeten Modellen und der Wirklichkeit zeigt also deutlich andere Erwärmungsmuster als von den Computern berechnet.

Kommentar: Die vom NIPCC zitierten Messungen sprechen nicht direkt gegen eine globale Erwärmung durch vermehrte Treibhausgase, aber sie sind ein eindrucksvoller Beleg für die Iris – Hypothese von Lindzen. Die gängigen Klimamodelle erwarten bei ansteigenden Bodentemperaturen einen geringeren Temperaturrückgang in der Atmosphäre mit zunehmender Höhe. Begründet wird das mit einer vom wärmeren Boden stärker angeheizten Konvektion (Luftumwälzung) in Verbindung mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit, denn wärmere Luft kann entsprechend mehr Wasserdampf aufnehmen. Dadurch wird mehr latente Wärme in die höheren Luftschichten der Troposphäre transportiert, wo sie bei der Wolkenbildung als Kondensationswärme frei wird (vgl. Stichwort Wolken oben). Das Temperaturgefälle von unten nach oben sollte danach also mit zunehmender globaler Erwärmung abnehmen. Gemessen wird aber genau das Gegenteil! Die Klimamodelle haben also etwas übersehen, und das ist der Iris-Effekt! Danach bilden sich mit zunehmender Erwärmung mehr tiefe Wasserwolken auf Kosten der hohen Eiswolken, weil die Regentropfen schneller wachsen. In den höheren Luftschichten kommt dadurch weniger Feuchtigkeit an und damit auch weniger latente Wärme (vgl. oben). Das Temperaturgefälle von unten nach oben wird somit höher. Die Klimamodelle sollten also durch Einbeziehung des Iris-Effekts verbessert werden. Eine Entwarnung in Sachen Klimawandel und globale Erwärmung gibt es aber trotzdem nicht, denn der Iris-Effekt könnte schnell an seine Grenzen stoßen und  versagen (vgl. dazu Punkt 3). Die Erwärmung würde sich dann drastisch beschleunigen.

Stichwort Troposphäre: Die relativ feuchte Troposphäre ist die unterste Atmosphärenschicht, in der sich das meiste Wettergeschehen abspielt. Luftdruck und Temperatur nehmen von unten nach oben ab. Die Troposphäre misst über den warmen Tropen bis zu 18km, über den kalten Polen dagegen nur 6-7 km. Die nächsthöhere Schicht ist die Stratosphäre, die das lebenswichtige Ozon enthält, welches die gefährlichen Anteile der ultravioletten Sonnenstrahlen absorbiert. Dadurch erwärmt sich die Stratosphäre, so daß eine Temperaturinversion eintritt, die eine Quellwolkenbildung in dieser Höhe unterbindet. Die Stratosphäre ist daher sehr trocken und reicht bis in eine Höhe von 50km.  

5) Es gibt viele bekannte, natürliche Ursachen von Temperaturschwankungen: interne Effekte, wie z. B. die Nordatlantische Oszillation, die Atlantische-Multi-Dekadische Oszillation, die Pazifisch-Dekadische Oszillation und die El-Niño-Süd-Oszillation (ENSO).  Diese sind alle wesentlich, doch die Klima-Modelle können sie nicht prognostizieren. 

Kommentar: Alle diese natürlichen Ursachen für Klimaveränderungen sind auch den Klimaforschern des IPCC selbstverständlich bekannt und werden gerade in den neueren Klimamodellen – soweit irgend möglich – miteinbezogen. Die Klimamodelle werden dadurch immer wirklichkeitsnäher. So sind sie inzwischen durchaus in der Lage, zumindest das Klima der Vergangenheit recht gut zu simulieren. Eiszeiten und Warmzeiten werden schon genauso abgebildet, wie sie aus den Eisbohrkernuntersuchungen rekonstruiert wurden (vgl. oben). Grund genug, den Klimamodellen ein gewisses, wenn auch nicht grenzenloses Vertrauen entgegenzubringen. Es scheint daher kein hoffnungsloses Unterfangen zu sein, Zukunftsszenarien eines Klimawandels zu entwerfen!   

6) Das IPCC hat auch die externen, natürlichen Wirkungen als trivial bewertet, wie z. B. die Sonnenaktivität und deren Einfluss auf die Wolken-Bedeckung.  Im IPCC Bericht (Fourth Assessment Report FAR von 2007) wurde die Grundlagenforschung in diesem Bereich nicht einmal richtig angesprochen oder gar diskutiert.  Doch der enge Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Klima ergibt sich aus historischen Daten; die Ursache-Wirkungkette kann nur in einer Richtung laufen. 

Kommentar: Nach Ansicht der meisten Klimaskeptiker steuert die veränderliche Sonne das Klima. Eine erhöhte Sonnenaktivität bewirkt eine Erwärmung und umgekehrt. Ausschlaggebend soll aber ein indirekter Effekt sein: Die mit zunehmender Sonnenaktivität verstärkte, aus elektromagnetischen Wellen und geladenen Partikeln bestehende Sonnenstrahlung, verändert das Magnetfeld der Erde. Dadurch wird die kosmische Partikelstrahlung besser abgeschirmt, welche in beachtlichem Umfang Kondensationskeime für Wolken erzeugt. Daher gibt es weniger Wolken, die das Sonnenlicht reflektieren. Die Wolken, die sich bilden sind zudem dunkler, wodurch ihr Reflektionsvermögen noch weiter zurückgeht. Das bewirkt letztlich natürlich eine Erwärmung des Bodens und dann der darüber befindlichen Luftschichten der Troposphäre (Svensmark, H.; FriisChristensen,E.: Variation of cosmic ray flux and global cloud coverage, a missing link in solarterrestrial Physics; J.Atm.Sol.Terr.Phys., 59 (11), 1997, S.1225-1232). Die Treibhausgase spielen nach Ansicht der Klimaskeptiker bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Diese indirekte Wirkung der Sonne auf die Wolkenbedeckung der Erde scheint plausibel. Allerdings gelang es bisher nicht einen Zusammenhang von kosmischer Strahlung und Wolkenbedeckung überzeugend nachzuweisen.

Satellitenmessungen der Wolkenbedeckung (ISCCP, International Satellite Cloud Climatology Project) zeigten nur von 1983-1993 einen Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung und Wolkenbedeckung, danach dann aber nicht mehr. Quelle: http://www.pik-potsdam.de/~stefan/

Es gibt einen weiteren Hinweis, der möglicherweise die entscheidende Rolle der Treibhausgase bei der gegenwärtigen globalen Erwärmung belegt: Nach derzeitigem Erkenntnisstand sind die Nachttemperaturen deutlich stärker angestiegen als die Tagestemperaturen (http://www.env.gov.bc.ca/air/climate/indicat/maxmin_id1.html und  http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?artid=454199).

Wäre eine geringere Wolkenbedeckung für die globale Erwärmung verantwortlich, so müssten die Temperaturen am Tage stärker ansteigen als in der Nacht, denn am Tage scheint ja die Sonne, die dann weniger abgeschirmt würde. In der Nacht hingegen wird es durch eine geringere Wolkenbedeckung schneller kälter, denn Wolken absorbieren die Infrarotstrahlung des Bodens und schicken sie als Gegenstrahlung teilweise wieder zurück. Das verzögert die Auskühlung des Bodens und der bodennahen Luftschichten.

Sind es aber doch die Treibhausgase, so wirken diese natürlich rund um die Uhr. Am Tage bilden sich aber durch die verstärkte Erwärmung und die dadurch mögliche höhere Luftfeuchtigkeit auch mehr tiefe Wolken, die das Sonnenlicht abschirmen und damit die zusätzliche Erwärmung durch mehr Treibhausgase etwas abschwächen. Dabei übersteigt die abkühlende Wirkung der Wolken durch Sonnenlichtreflektion die erwärmende Wirkung durch Infrarotabsorption und Rückstrahlung (s.o.). In der Nacht scheint keine Sonne, aber die Treibhausgase sind nach wie vor wirksam und bekommen nun sogar noch Schützenhilfe durch die vermehrten Wolken.

Eine globale Erwärmung vorwiegend durch Treibhausgase sollte sich also in erster Linie bei den Nachtemperaturen bemerkbar machen und genau so ist es auch!

7) Abgesehen von den Modellen, haben die von dem IPCC verwendeten Daten viele Probleme. Daten zur Oberflächentemperatur der Erde erzeugen Probleme bei der Bewertung der städtischen Wärme-Insel-Effekte, die ungleichmäßige, geographische Verteilung der Mess-Stationen, die Veränderungen bei der Anzahl und der Orte der Stationen usw.  Die Methode für die Messung der Temperatur der Meeresoberfläche hat sich verändert: von früher überwiegend von Schiffen aus, zu heute überwiegend mit Bojen, und damit verbunden eine Veränderung der Wassertiefe für die Temperaturmessung. Also nicht nur die Modelle sind unzuverlässig, die zugrunde liegenden Daten haben erhebliche Fehlermargen.

Kommentar: Bei den Temperaturmessungen gibt es tatsächlich die hier angesprochenen Probleme. Durch Korrekturfaktoren und die hohe Anzahl von Meßstationen werden die Fehler teilweise herausgerechnet bzw. herausgemittelt. Trotzdem bleibt eine gewisse Unsicherheit bei den Messungen bestehen. Benutzt man allerdings die Natur als Thermometer, so ergibt sich ähnliche globale Erwärmung Temperaturanstieg wie ihn auch die angeblich so unsicheren direkten Temperaturmessungen zeigen. Ein paar Beispiele:  Die Wachstumsperiode der Pflanzenwelt (Vegetationsperiode) hat sich in den letzten drei Jahrzehnten um durchschnittlich 14 Tage verlängert. Viele Vogelarten in Europa und Nordamerika brüten im Mittel 6 bis 14 Tage früher als noch vor 30 Jahren. Bei den Zugvögeln  in den mittleren Breiten wird in den letzten Jahrzehnten ein zunehmend späterer Wegzug, ein früherer Heimzug, eine Verkürzung der Zugstrecken oder häufigeres Überwintern im Brutgebiet beobachtet. So kommen Zugvögel nun um 1,3 bis 4,4 Tage pro Jahrzehnt früher an (http://www.waldwissen.net/).

Tiere die früher nur in tropischen oder subtropischen Regionen zuhause waren, wandern zunehmend in höhere Breiten ein. Kälteliebende Arten ziehen sich immer mehr in die engere Umgebung der Pole zurück. Das gilt für Land- und Meeresbewohner gleichermaßen (Tim Flannery, Wir Wettermacher http://www.wir-wettermacher.de/home).

Weltweit schrumpfen die Gletscher mit nur ganz wenigen Ausnahmen (nur 1% aller Gletscher), wie beispielsweise die Gebirgsgletscher in Norwegen. Diese liegen unterhalb der Zugbahnen der Tiefs in der Westdrift. Diese Tiefs bringen Niederschläge, die natürlich in den Höhenlagen der norwegischen Gebirge häufig als Schnee fallen und dadurch wiederum die örtlichen Gletscher wachsen lassen. Die wachsenden Gletscher in Norwegen widersprechen also keinesfalls dem Befund einer globalen Erwärmung.

8) Der Anstieg des Meeresspiegels ist ein beliebtes Katastrophen-Szenario für Prognosen der Treibhauseffekt-Gläubigen.  Aber in den vergangenen Jahrhunderten stieg der globale Meeresspiegel  um ca. 18 mm/Jahrzehnt – unabhängig davon, ob die Kühlung oder die Erwärmung dominierte.  Die maximalen IPCC-Projektionen für den Anstieg des Meeresspiegels haben sich in jedem der vier aufeinander folgenden Berichte verringert.  Die Treibhauseffekt-Fanatiker, darunter Al Gore, sagen dennoch nach wie vor katastrophale Überschwemmungen der Küsten  voraus. (Al Gore: Bis zu 6 Meter im Jahre 2100!!) 

Kommentar: Seit dem Beginn der Industrialisierung bis heute hat sich der Anstieg des Meeresspiegels deutlich beschleunigt. Im gesamten 18. Jahrhundert erhöhte er sich nur um 2 cm, im 19. Jahrhundert bereits um 6 cm, und im 20. Jahrhundert bereits um 19 cm.

Der durchschnittlich gemessene Anstieg des Meeresspiegels betrug im 20. Jahrhundert 1,7 ± 0,5 mm pro Jahr, zwischen 1961 und 2003 jährlich 1,8 ± 0,5 mm. Die Anstiegsraten beschleunigten sich also zuletzt. Zwischen 1993 und 2003 stellten Satelliten dem gegenüber einen durchschnittlichen jährlichen Anstieg um 3,1 ± 0,7 mm fest. Gegenüber den Jahrzehnten zuvor ist dies ein beinahe doppelt so hoher Wert (IPCC). 

Der Anstieg des Meeresspiegels Quelle: Wikipedia, IPCC

Eine Destabilisierung des grönländischen Eisschildes könnte diesen Anstieg dramatisch beschleunigenDas grönländische Festlandeis schmilzt bereits, wenn auch vorerst noch relativ langsam. In Höhenlagen von unter 1500m geht das Eis zwar deutlich zurück, in höher gelegenen Regionen jedoch, nimmt die Dicke des Eisschildes zu. Das erscheint zunächst verwunderlich, aber es gibt eine einfache Erklärung dafür: Durch die globale Erwärmung verdunstet mehr Wasser. Das Landesinnere von Grönland, wo die Temperaturen in den dort vorherrschenden Höhenlagen von über 1500 m stets unter Null bleiben, wirkt als Kältefalle. Der erhöhte Wasserdampfgehalt der Luft führt zu vermehrten Niederschlägen, die wegen der großen Kälte dort als Schnee fallen. Dadurch nimmt das Inlandeis zu. In den Randzonen von Grönland, in Höhenlagen von unter 1500 m schmelzen die Gletscher aber mit wachsendem Tempo. Das Schmelzwasser auf den Gletschern sickert durch die Eisschicht hindurch und ruft dabei tiefe spiralförmige Löcher hervor, durch die weiteres Wasser, aber auch Gesteinstrümmer leicht eindringen können. Die Gesteinstrümmer geraten dabei in eine kreisförmige Bewegung und sorgen so für eine deutliche Erweiterung der Löcher, wobei sie selbst rund geschliffen werden. Da die Steine ähnlich wie das Mahlwerk einer Mühle das Gletschereis zermahlen, spricht man auch von Gletschermühlen. Durch die stark erweiterten Löcher können nun noch viel größere Mengen an Schmelzwasser vordringen und bis an die Unterseite der Gletscher gelangen, wo sie wie ein Schmiermittel wirken. Die Fließgeschwindigkeiten der Gletscher erhöhen sich dadurch drastisch. Immer mehr Festlandsgletscher rutschen so immer schneller ins Meer (Rahmstorf).

 

Schmelzwasser gelangt durch Gletschermühlen (moulins) und durch Gletscherspalten (crevasses) unter den Gletscher und wirkt auf dem felsigen Untergrund wie ein Schmiermittel. Quelle: http://www.pnas.org/cgi/reprint/0705414105v1 

Die Eismassen Grönlands werden so nach und nach instabil und geraten ins Rutschen. Dadurch gelangt Eis aus größeren in geringere Höhenlagen und beginnt auch zu schmelzen. Bei einem vollständigen Abschmelzen des grönländischen Eisschildes würde der Meeresspiegel um über 7m ansteigen. Aber auch wenn nur Teile des Eisschildes, etwa in Südgrönland, betroffen wären, kämen noch immer rund 3 m dabei heraus!

9) Das IPCC geht a priori davon aus, dass erhöhtes CO2 schlecht ist, und ignoriert seine positiven Wirkungen.  Aber höhere CO2-Konzentrationen verbessern die Produktivität  und Trockenresistenz in der Landwirtschaft und in den Wäldern, und führen zu weniger Wasser-Gebrauch. Also dazu, dass weniger Wasser eingesetzt werden muss. Globale Erwärmung, so schätzen amerikanische  Wirtschaftsexperten, wird eine positive Wirkung auf die Wirtschaft haben.

Kommentar: Mehr CO2 in der Luft lässt tatsächlich viele Pflanzen besser wachsen. Allerdings wird im Zuge der globalen Erwärmung auch mit mehr Hitzewellen und extremer Trockenheit gerechnet. Durch stärkere Verdunstung steigt aber auch die Luftfeuchtigkeit, zumal wärmere Luft auch mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Das begünstigt wiederum Starkregenereignisse. Extreme Trockenheit auf der einen und sintflutartige Regenfälle auf der anderen Seite treten dann im Rahmen einer zweigeteilten Wetterlage oft gleichzeitig auf. Das setzt die Pflanzenwelt (Vegetation) starkem Stress aus, der ihr Wachstum sehr beeinträchtigen kann. Den Hitzewellen fallen meistens auch viele Menschen zum Opfer. So starben in Europa während des Rekordsommers 2003 (http://www.imk.uni-karlsruhe.de/1145.php) mindestens 35.000 Menschen, neueste Schätzungen gehen sogar von bis zu 70.000 Toten aus (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,473614,00.html)! Die Unwetter mit Starkregen gehen oft mit Überschwemmungen einher, die auch immer wieder Todesopfer fordern.

Stichwort Zweigeteilte Wetterlage: Durch  das Abschmelzen des Meereises am Nordpol haben dort die Temperaturen wegen der positiven Eis-Albedo-Rückkopplung verglichen mit anderen Regionen auf der Nordhalbkugel überproportional zugenommen (s.o.). Das Temperatur- und Druckgefälle an der Polarfront hat deshalb abgenommen und damit auch die Geschwindigkeit des Jetstreams (vgl. Stichwort Jetstream, oben). Der Jetstream mäandert sehr stark, wodurch seine Strömungsgeschwindigkeit noch weiter abnimmt. Das erleichtert die Entwicklung ausgedehnter Hochs, welche die Westdrift mit ihren Tiefs blockieren. Im Einflussbereich dieser blockierenden Hochs ist das Wetter sonnig, heiß und trocken. Die Höhentröge der blockierten Tiefs schnüren sich nun von der polaren Kaltluftseite der Polarfront ab und wechseln auf die tropische Warmluftseite über. Die blockierten Tiefs werden so von der Westdrift getrennt und weichen dabei nach Süden aus. Als kalte, allseitig von tropischer Warmluft umgebene Höhentiefs (Kaltlufttropfen) „saugen“ sie von unten Luft an und lösen deshalb in ihrem Einflussbereich Unwetter mit Starkregen und heftigen Gewittern aus. Verstärkend wirkt hierbei noch die mit der globalen Erwärmung einhergehende Wasserverdunstung (s.o.). In einigen Regionen herrscht heißes und trockenes Hochdruckwetter, woanders kommt es zu heftigen Unwettern. Die Wetterlage ist also zweigeteilt (vgl. Stichworte Jetstream, Wolken und Punkt 2, oben). 

Zusammenfassung:  Das Nongovernmental-International Panel on Climate Change (NIPCC) zeigt, dass Kohlendioxid kein Schadstoff ist.  Deshalb sind CO2 -Minderungsmaßnahmen sinnlos, und extrem teuer – und völlig uneffektiv um zur der Verringerung der globalen Erwärmung beizutragen.  Katastrophen-Prognosen der globalen Erwärmung sind weder durch Daten noch durch  Modelle begründet.  Natürliche Ursachen, vor allem die Sonne, waren offensichtlich die  wichtigsten Triebkräfte der Klima-Schwankungen in der Vergangenheit und werden es auch in Zukunft sein.  Der Klimawandel ist natürlich und unaufhaltsam. Die beste Politik besteht darin die Anpassung an ein wärmeres oder kälteres Klima zu unterstützen. 

Mein vorläufiges Fazit: Die Debatte um den Klimawandel ist noch lange nicht zu Ende. Die Wahrheit, oder zumindest eine allgemein akzeptierte Entscheidung der Frage, ob der Klimawandel menschengemacht ist oder nicht, kann nur durch weitere Fortschritte in den Klimawissenschaften gefunden werden! Wichtig wäre meines Erachtens dabei eine freie und unbehinderte Diskussion auch über Ansichten, die deutlich von der Mehrheitsmeinung abweichen. Das kann bei der Lösung der offenen Fragen nur hilfreich sein. Auf jeden Fall stellt sich angesichts des katastrophalen Ausmaßes der möglichen Folgen einer fortgesetzten globalen Erwärmung die Frage nach dem politischen Handeln, zumindest für diejenigen, die vom Vorsorgeprinzip ausgehen. Eine meines Erachtens unbedingt empfehlenswerter Ansatz! Eines sollte aber auf jeden Fall klar sein: Eine deutliche Reduktion von Kohlenstoff-Emissionen ist, abgesehen von den möglichen Gefahren eines menschengemachten Klimawandels, allein schon deshalb notwendig, weil fossile Brennstoffe endliche Ressourcen sind und eigentlich viel zu wertvoll, um sie durch den Schornstein oder den Auspuff zu jagen! Eine Entwicklung alternativer Energien (Sonne, Wind, Geothermik, Kernfusion (!) usw.) ist daher unbedingt voranzutreiben. Auch die Kernspaltungsenergie, allerdings nur in Form der Hochtemperatur/Thorium Technologie, die besonders sicher zu sein scheint, könnte zumindest für eine Übergangszeit genutzt werden. Darauf zu verzichten hieße wahrscheinlich, den Weg in ein neues finsteres Mittelalter zu ebnen, weil man dann bei schwindenden Ressourcen einen immer größeren Teil der Menschen vom Wohlstand ausschließen würde; nicht nur in den Industrieländern durch die dann zwangsläufig immer weiter ansteigenden Energiepreise, sondern vor allem in der sogenannten Dritten Welt, wo den Menschen alle Hoffnungen auf eine bessere Zukunft genommen wären! Fortschritte in der Technologie und die Sicherung einer ausreichenden Energieversorgung – ohne dabei die Erde zu ruinieren – sind die entscheidenden Voraussetzungen, um Freiheit von existenzieller Not zu erreichen, also menschenwürdige Lebensverhältnisse für alle Menschen! Auf dem Weg dahin sehr hilfreich wären Schritte in Richtung einer Gesellschaft, die bei Wahrung der persönlichen Freiheit(!) allzu krasse Unterschiede in der Verteilung der Reichtümer unter den Menschen vermeidet!

Jens Christian Heuer

Weitere interessante Weblinks zum Thema:

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC): http://www.ipcc.ch/

Real Climate: http://www.realclimate.org/

Globales Klima: http://globalklima.blogspot.com/

Klaus-Eckart Puls bei EIKE: http://www.eike-klima-energie.eu/?WCMSGroup_4_3=1099&WCMSGroup_1099_3=1256
und auf Weltenwetter:
http://weltenwetter.blogspot.com/2007_02_25_archive.html
http://weltenwetter.blogspot.com/2007_10_28_archive.html
http://weltenwetter.blogspot.com/2007_12_16_archive.html
http://weltenwetter.blogspot.com/2008_04_06_archive.html

Mojib Latif: http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=mlatif

Richard Lindzen:

http://earthobservatory.nasa.gov/Study/Iris/ und  http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=16206

Stefan Rahmstorf: http://www.pik-potsdam.de/~stefan/

Written by jenschristianheuer

22 Juni, 2008 at 18:02 pm

Veröffentlicht in Jens Christian Heuer, Klimadebatte

Fred Singer in Deutschland

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Der renomierte amerikanische Atmosphärenphysiker Prof. Fred Singer, der neben seiner wissenschaftlichen Laufbahn u.a. für die NASA, die US-Umweltbehörde, als Direktor des US-Zentrum für Wettersatelliten und als Regierungsberater tätig war ist einer der fachlich qualifiziertesten Klimaskeptiker. So  befaßte er sich mit der der kosmischen Strahlung und dem Strahlungsgürtel der Erde (van Allen Gürtel), forschte über das Ozon in der Atmosphäre und das Treibhausgas Methan, leistet aber auch wichtige Beiträge in der Raketen- und Satellitentechnik, in der Plantenforschung und der Allgemeinen Relativitätstheorie. Ein vielseitiger Mann also.

Prof. Siegfried Frederick Singer Quelle: http://www.iuf-berlin.org/

Während einer privaten Reise in seine alte Heimat Österreich, aus der er vor der Judenverfolgung der Nazis fliehen mußte und nach Deutschland stellte er in zahlreichen Vorträgen, beispielsweise in Wien, Düsseldorf, Frankfurt, Mainz und München den alternativen Bericht des klimaskeptischen Nongovernmental International Panel on Climate Change (Internationale Nichtregierungskommission zum Klimawandel, NIPCC) vor. Im Gegensatz zu den offiziellen Berichten des International Panel on Climate Change (Internationale Regierungskommission zum Klimawandel, IPCC, http://www.ipcc.ch/) geht der NIPCC nicht von einem menschengemachten Klimawandel aus, sondern sieht überwiegend natürliche Ursachen, wie etwa Veränderungen der Sonnenaktivität am Werke. Der Einfluss der von den Menschen in die Atmosphäre entlassenen Treibhausgasen hält Singer für so minimal, daß er vernachlässigbar ist. Singer und der NIPCC stützen sich dabei auf eine Neuauswertung der IPCC-Daten, aber auch auf neue, noch nicht verarbeitete Studien. Die Kritikpunkte im Einzelnen:

1) Einer der entscheidenden Belege („smoking gun“) für eine anthropogene, globale Erwärmung durch den Treibhauseffekt war die  „Hockey-Stick“-Grafik im IPCC Bericht des Jahres 2001. Doch diese Analyse der Temperatur-Daten  war falsch und so voll von statistischen Fehlern, daß sie im IPCC Bericht von 2007  unter vielen anderen Kurven regelrecht versteckt wurde.

   

 

Hockey -Stick-Kurve Quelle: IPCC

2) Zur Unterstützung der Argumente für die anthropogene, globale Erwärmung stellt das IPCC eine Korrelation zwischen dem Anstieg der CO2-Emissionen und dem Anstieg der Temperaturen fest.  Aber Korrelation begründet noch lange keine Kausalität.  Historisch gesehen, wie in Eisbohr-Kernen gemessen, erfolgte der Anstieg des CO2 immer nach dem Temperaturanstieg, also verzögert.  Daher ist das CO2  ganz gewiss nicht die dominierende Kraft der Temperaturveränderung in der Vergangenheit.  Von 1940-1975 und erneut seit 1998 hat das CO2 zugenommen, während die Temperatur sank.  Dies zeigt, dass die Temperatur von anderen Faktoren beherrscht wurde bzw. beherrscht werden kann.    

3) Die IPCC – Modelle verwenden den Treibhaus-Effekt,  um zu errechnen, was in der Zukunft bei einem Anstieg des CO2 geschehen könnte. Aber die Modelle weisen eine große Variabilität  auf und können die Wirkung der Wolken nicht richtig handhaben: Wolken spielen aber eine  wichtige Rolle in der globalen Temperaturänderung.  Ferner ignorieren oder unterschätzen die Modelle den Einfluss der Sonnenaktivität auf das Klima.  Zudem können sie das regionale Klima nicht genau vorhersagen: verschiedene Modelle geben sehr unterschiedliche Ergebnisse für das gleiche Gebiet.

4) Äußerst wichtig ist, dass die verwendete „Fingerprint“-Methode (Vergleich von beobachteten und modellierten Mustern der Temperatur-Trends) schlüssig zeigt, dass der Einfluss von Treibhausgasen auf den Klimawandel im Vergleich zu natürlichen Kräften nicht signifikant ist.

 

Die graphische Darstellung der Trends zeigt die Unterschiede der Temperaturtrends (in Grad C / Jahrzehnt) in Bezug auf die Höhe in den Tropen genauer an [Douglass, Chrsty, Pearson, Singer. 2007]. Die Modelle ergeben eine Zunahme der Trends mit zunehmender Höhe, aber die Ballon- und Satelliten-Messungen lassen das nicht erkennen.

Ein Vergleich zwischen den vom IPCC verwendeten Modellen und der Wirklichkeit zeigt also deutlich andere Erwärmungsmuster als von den Computern berechnet.

5) Es gibt viele bekannte, natürliche Ursachen von Temperaturschwankungen: interne Effekte, wie z. B. die Nordatlantische Oszillation, die Atlantische-Multi-Dekadische Oszillation, die Pazifisch-Dekadische Oszillation und die El-Niño-Süd-Oszillation (ENSO).  Diese sind alle wesentlich, doch die Klima-Modelle können sie nicht prognostizieren. 

6) Das IPCC hat auch die externen, natürlichen Wirkungen als trivial bewertet, wie z. B. die Sonnenaktivität und deren Einfluss auf die Wolken-Bedeckung.  Im IPCC Bericht (Fourth Assessment Report FAR von 2007) wurde die Grundlagenforschung in diesem Bereich nicht einmal richtig angesprochen oder gar diskutiert.  Doch der enge Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Klima ergibt sich aus historischen Daten; die Ursache-Wirkungkette kann nur in einer Richtung laufen.

7) Abgesehen von den Modellen, haben die von dem IPCC verwendeten Daten viele Probleme. Daten zur Oberflächentemperatur der Erde erzeugen Probleme bei der Bewertung der städtischen Wärme-Insel-Effekte, die ungleichmäßige, geographische Verteilung der Mess-Stationen, die Veränderungen bei der Anzahl und der Orte der Stationen usw.  Die Methode für die Messung der Temperatur der Meeresoberfläche hat sich verändert: von früher überwiegend von Schiffen aus, zu heute überwiegend mit Bojen, und damit verbunden eine Veränderung der Wassertiefe für die Temperaturmessung. Also nicht nur die Modelle sind unzuverlässig, die zugrunde liegenden Daten haben erhebliche Fehlermargen.  

8) Der Anstieg des Meeresspiegels ist ein beliebtes Katastrophen-Szenario für Prognosen der THE-Gläubigen.  Aber in den vergangenen Jahrhunderten stieg der globale Meeresspiegel  um ca. 18 mm/Jahrzehnt — unabhängig davon, ob die Kühlung oder die Erwärmung dominierte.  Die maximalen IPCC-Projektionen für den Anstieg des Meeresspiegels haben sich in jedem der vier aufeinander folgenden Berichte verringert.  Die THE-Fanatiker, darunter Al Gore, sagen dennoch nach wie vor katastrophale Überschwemmungen der Küsten  voraus. (Al Gore: Bis zu 6 Meter im Jahre 2100!!)

9) Das IPCC geht a priori davon aus, dass erhöhtes CO2 schlecht ist, und ignoriert seine positiven Wirkungen.  Aber höhere CO2-Konzentrationen verbessern die Produktivität  und Trockenresistenz in der Landwirtschaft und in den Wäldern, und führen zu weniger Wasser-Gebrauch. Also dazu, dass weniger Wasser eingesetzt werden muss. Globale Erwärmung, so schätzen amerikanische  Wirtschaftsexperten, wird eine positive Wirkung auf die Wirtschaft haben.

      

Zusammenfassung:  Das Nongovernmental-IPCC (NIPCC) zeigt, dass Kohlendioxid kein Schadstoff ist.  Deshalb sind CO2 -Minderungsmaßnahmen sinnlos, und extrem teuer — und völlig uneeffektiv um zur der Verringerung der globalen Erwärmung beizutragen.  Katastrophen-Prognosen der globalen Erwärmung sind weder durch Daten noch durch  Modelle begründet.  Natürliche Ursachen, vor allem die Sonne, waren offensichtlich die  wichtigsten Triebkräfte der Klima-Schwankungen in der Vergangenheit und werden es auch in Zukunft sein.  Der Klimawandel ist natürlich und unaufhaltsam. Die beste Politik besteht darin die Anpassung an ein wärmeres oder kälteres Klima zu unterstützen.

 

Eine Berichterstattung über die Vorträge von Prof. Fred Singer fand in den deutschen Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen) praktisch nicht statt. Die einzige mir bekannte Ausnahme: ein Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) über eine Veranstaltung mit Singer in Düsseldorf (http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/2008/6/12/news-55195824/detail.html). Die Autorin erhebt darin schon in der Überschrift (Wes´Brot ich ess´) den Vorwurf der Käuflichkeit gegen Singer, ohne nach dem Vortrag, wo Fragen gestellt werden konnten, die Gelegenheit zu nutzen Singer auf diese immer wieder erhobenen Vorwürfe direkt anzusprechen. Das hätten die Regeln der journalistischen Fairness oder einfach nur der menschliche Anstandes aber zwingend geboten! Singer wird von verschiedenen Seiten  unterstellt, seine klimaskeptischen Ansichten seien Zuwendungen von Firmen, etwa aus der Ölindustrie oder Stahlindustrie zu verdanken, denen Klimaschuzmaßnahmen (angeblich)ein Dorn im Auge sind. Neben der Mitarbeiterin der WAZ waren nur noch Journalisten der ZEIT und der WIRTSCHAFTSWOCHE anwesend. Diese führten zwar Interviews mit Singer, eine Veröffentlichung ist aber nach derzeitigem Stand der Dinge nicht geplant. Fernseh-, Rundfunk- oder andere Zeitungsjournalisten waren nicht erschienen und das bei einem so wichtigen Thema. Pressefreiheit wird anscheinend klein geschrieben, wenn es um Berichte über klimaskeptische Veranstaltungen geht, in der durchaus ernst zu nehmende Argumente vorgetragen werden! Gab es Druck von „Oben“?

Das klimaskeptische Europäische Institut für Klima und Energie Jena (EIKE, http://www.eike-klima-energie.eu/) führte das folgende Interview mit Prof. Fred Singer, wo dieser auch zu den Vorwürfen gegen ihn ausführlich Stellung nahm…

Eike: Welches sind Ihre Hauptkritikpunkte an den Prognosen des IPCC?

Singer: Es gibt so viele Punkte, dass man sie in einem Interview nicht alle behandeln kann. Sie können das aber in meinem neusten Buch alles nachlesen. Es ist auch in deutscher Sprache erschienen. (S. Fred Singer (Hg.), Die Natur, nicht menschliche Aktivität, bestimmt das Klima, TvR Medienverlag GbR, Jena. 2008, ISBN 978-3-940431-08-0)

EIKE: Glauben Sie oder wissen Sie, dass CO2 einen Treibhauseffekt verursacht?

Singer: Man weiß, das CO2 die infrarote Strahlung von der Erde absorbiert. Das ist unbestritten. Gestern habe ich mit Ihrem Chemikerkollegen Dr. Hug gesprochen. Herr Dr. Hug hat solche Messungen durchgeführt. Die ersten Messungen wurden zwischen 1830 und 1840 in Frankreich von Jean Baptiste Fourier durchgeführt.

Später war dann die Frage wichtig, ob CO2 neben dem Wasserdampf überhaupt eine Rolle spielen kann. Mein Kollege Gilbert Plass an der Johns Hopkins Universität hat das genau untersucht mit dem Ergebnis, dass die Überlappung der CO2 Banden durch die Wasserbanden nicht ganz vollständig ist, so dass es kleine Bereiche gibt, in denen die CO2 Banden tatsächlich eine Rolle spielen.

EIKE: Mein akademischer Lehrer 1964 an der TH Karlsruhe Professor Ernst-Ullrich Frank begann seine Vorlesung über Thermodynamik mit dem Satz: Zu verstehen, was Temperatur ist, ist wirklich extrem schwierig, weil jedermann Temperaturen misst, über Temperaturen spricht und überzeugt ist, er wisse, was Temperatur sei. Verstehen Sie als Physiker, was Temperatur ist und wenn ja, was ist eigentlich die Temperatur freier Gasmoleküle?

Singer: Das ist eine interessante Frage. Man kann sie recht gut für ideale Gase mit der kinetischen Theorie der Wärme beantworten und dem kinetischen Term ½ m.v2. Bei Gasen mit Rotations-Schwingungstermen muss die Forderung nach einem Gleichgewicht zwischen dem kinetischen und dem Schwingungsterm erfüllt sein. Sonst hat es keinen Sinn von einer Temperatur zu sprechen.

Für mich ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig, dass man die Rückstrahlung von der Atmosphäre auf die Erde zum Beispiel mit einem FT-IR-Spektrometer messen kann. Dabei kann man die Banden von CO2 und Wasserdampf, ja sogar auch von Ozon, unterscheiden.

Mich interessiert besonders die Rückstrahlung von Zirruswolken, weil ich darüber immer noch wissenschaftlich arbeite. Dazu sind Messungen vom Flugzeug aus erforderlich.

EIKE: Sie waren mehrfach „Guest Scholar“ an der Smithsonian Institution, Washington, D.C. Diese Institution gab Ende 2007 das Buch „Earth“ neu heraus. Es zeigt den Treibhauseffekt anhand von einem kleinen Pfeil nach oben und einem großen Pfeil nach unten. Sie repräsentieren den großen Fluss langwelliger Strahlung der Treibhausgase nach unten zur Erdoberfläche und den kleinen Fluss langwelliger Strahlung der Treibhausgase nach oben ins Weltall.

Singer: Das ist populär und nicht ganz richtig, aber nicht ganz falsch. Ein Molekül ist  isotrop, also in alle Richtungen gleich. Das Bild ist nur eine Approximation. Richtig ist es, die Atmosphäre in Schichten zu betrachten und zu wissen, dass die Ausstrahlung ins Weltall von den oberen kühleren Schichten erfolgt.

Die Emission aus jeder Schicht nach oben und unten ist ebenfalls gleich. Die  Emission wird aber nach oben immer kleiner, weil die Schichten nach oben immer kälter werden. Die Berechnungen dazu stammten von Goody. Man kann sie in seinem Buch nachlesen.

EIKE: Für welche Organisation arbeiten Sie gegen Bezahlung?  Gehört die Firma Exxon dazu? Sind Sie bereit etwas darüber zu sagen, wie Sie Ihr privates und Ihr öffentliches Leben finanzieren?

Singer: Seit 1989 bin ich im Ruhestand. Seit dieser Zeit bekomme ich persönlich von niemandem eine Bezahlung. Aber ich bekomme aufgrund meiner Berufstätigkeit für mehrere Arbeitsgeber mehrere Pensionen. Dazu gehört die Firma Exxon nicht. Mit meinen Pensionen kann ich ganz gut leben.

EIKE: www.sepp.org ist eng mit Ihrer Person verbunden. Wie finanziert sich diese Organisation? Ist Exxon hier finanziell engagiert?

Singer: Exxon hat einmal oder zweimal ungebeten und, ohne Bedingungen zu stellen, eigentlich ganz überraschend einen ganz kleinen Betrag an SEPP gegeben. SEPP hat aber nur ein kleines Budget, das für Publikationen und vor allem für Reisen verwendet wird. SEPP bezahlt keine Mitarbeiter, außer ein paar Studenten als Hilfskräfte und wenige Hundert US-$ für einen Rechtsanwalt und einen Buchhalter. SEPP unterliegt natürlich der US Steueraufsicht.

SEPP gibt das meiste Geld für Reisen aus. So finanziert SEPP meine derzeitige Reise nach Deutschland und Europa. Die Reise meiner Familie, die mich auf dieser Reise begleitet, zahle ich selbst. SEPP finanziert sich zu 90 % aus privaten Spenden und zu 10 % durch Stiftungen, die SEPP mit ausgeschriebenen Projekten beauftragen. Das Schreiben eines Buches im Auftrag einer Stiftung kann etwa 25 000 US-$ kosten.  Jeder, der Abrechnungen von SEPP einsehen möchte, kann sie einsehen. Bisher wollte aber noch niemand unsere Abrechnungen einsehen. Die Leute schreiben lieber über uns ohne zu recherchieren. So können sie leichter schreiben, was sie wollen. So schreiben sie zum Beispiel in Wikipedia, ich werde von der Tabakindustrie und von „Marsmenschen“ bezahlt. Man kann das nicht ändern, weil die Leute in Wikipedia hineinschreiben können, was sie wollen. Ich setze mich damit nicht mehr auseinander. Auch in der FAZ wurde über mich etwas geschrieben, was nicht stimmt. Ich habe darüber sogar mit einem Anwalt gesprochen. Der verlangte für die Beratung bereits mehrere tausend Euro. Da ist mir die Sache nicht wert. In USA gibt es Anwälte die in solchen Fällen ‚pro bono’, also umsonst,  arbeiten. Davon habe ich in USA auch schon einmal Gebrauch gemacht. Wir haben vor Gericht gewonnen und das hat mich praktisch kein Geld gekostet, aber so viel Zeit, dass ich das auch in USA ‚pro bono’ nicht mehr machen werde. Und herausgekommen ist am Ende eine Entschuldigung. Also, was soll das noch?

EIKE: Sehen Sie die Ursache für das alljährliche antarktische „Ozonloch“ als geklärt an oder bestehen an der Alleinwirkung der Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe noch Zweifel?

Singer: Das Ozonloch wurde nicht vorhergesagt, sondern es wurde gefunden. Die Theorien über Ozon konnten das Ozonloch nicht vorhersehen, auch nicht die Theorie der Nobelpreisträger, die den Ozonabbau durch FCKW im Labor nachgewiesen haben und aus ihren Laborwerten Abbaumodelle berechnet haben. Alle Theorien beziehen sich auf homogene Reaktionen in der Gasphase.  

Das Ozonloch entsteht aber durch eine heterogene Reaktion an Phasengrenzen, also an Teilchen und eine solche Theorie gab es vor der Entdeckung des Ozonloches nicht.

Nach seiner Entdeckung 1985 wurden verschiedene neue Theorien entwickelt, so von Jackman von der NASA, von Meteorologen und anderen. Aber am Ende hat sich die FCKW Theorie durchgesetzt. Auch diese Theorie ist nicht einfach und einheitlich.

Das Problem ist die Reaktionsgeschwindigkeit. Die Reaktion muss extrem schnell sein, weil sich das Ozonloch extrem schnell bildet. Nach der Nobelpreisvorlesung von Molina baut Chlorperoxid (Cl-O=O-Cl oder Cl2O2) Ozon am schnellsten ab. Cl2O2 kann sich aus FCKW durch UV Strahlung bilden. Nach den  Veröffentlichungen von Susan Solomon ist aber Chlorperoxid immer noch nicht schnell genug und heute zeigt das Radikal von Hypochlorid  (ClO) im Labor den schnellsten Ozonabbau.

Alle diese Laborversuche sind wegen der unvermeidbaren Wandeffekte der Versuchsapparatur sehr problematisch, was ihre Übertragung in die Stratosphäre betrifft. Daher weiß ich wirklich nicht, ob das alles schon das letzte Wort der Wissenschaft ist.

EIKE: Wie beantworten Sie heute die Frage, ob die Ursache von Krebs identifiziert sei? Und wenn die Ursache von Krebs nach wie vor noch nicht identifiziert sein sollte, welche Bedeutung hat dann die Krebsstatistik für die Vorbeugung gegen Krebs, zum Beispiel ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen?

Singer: Lassen Sie mich bei dieser Frage, da wir gerade über Ozon und UV Licht gesprochen haben, beim Hautkrebs beginnen. Dabei spielt UV-A und UV-B eine Rolle. Bekanntlich schützt die Ozonschicht ja gegen UV-B Licht (280 bis 320 nm). Die Dermatologen sagen, dieses UV-B Licht verursacht Hautkrebse, die sie Basal Cell & Squamous Cell Carcinom nennen. Sie sind sehr häufig und sehr abhängig vom Breitengrad. Also in Florida bekommen ihn viel mehr Leute als in Kanada. Sie sind aber beide nicht gefährlich.

Weil ihre Epidemiologie so abhängig ist vom Breitengrad, weiß man, dass beide  von UV-B verursacht werden. Die UV-B Strahlung in Florida und Kanada ist etwa um einen Faktor 20 unterschiedlich. Der UV-B Anteil, der mittags in Florida senkrecht eingestrahlt wird, hat nur einen kurzen Weg durch die UV-B absorbierende Ozonschicht. Über Kanada wird UV-B über einen langen Weg durch die Ozonschicht schräg eingestrahlt, hat einen längeren Weg und wird viel stärker herausgefiltert.

Der gefährliche Hautkrebs, das Melanom, ist demgegenüber praktisch nicht vom Breitengrad abhängig und damit auch nicht von UV-B. Es war bisher eine offene Frage, was das Melanom genau mit UV zu tun hat. Der Photodermatologe R. B. Setlow, Brookhaven National Laboratory, hat publiziert, dass UV-A das Melanom verursachen kann. Da UV-A nicht von der Ozonschicht absorbiert wird, ist die Statistik des Melanoms auch nicht vom Breitengrad abhängig.

Nun aber noch ein paar Worte zum Thema Passivrauchen und zum Rauchen allgemein.

Man klagt mich an, ich hätte die Sache mit dem Passivrauchen verdreht. Ich bin aber weder ein Experte für Lungenkrebs, noch einer für Epidemiologie. Aber ich kann lesen. Und die Epidemiologen, die ich kenne, schreiben, dass der Zusammenhang zwischen dem Passivrauchen und dem Krebs noch nicht bestimmt ist. Und weil ich das zitiere, unterstellt man mir, ich sei ein Berater der Tabakindustrie. Das ist Unsinn. Ich selbst rauche nicht und habe auch nie geraucht. Ich berate sogar eine Organisation, die gegen das Rauchen kämpft. Sie heißt American Council on Science and Health.

Weil Ihre letzten Fragen mit dem Artikel von Herrn Rahmstorf in der FAZ  zu tun haben, gestatten Sie mir im Gegenzug eine wissenschaftliche Kritik an der Arbeit von Herrn Rahmstorf über den möglichen Anstieg des Meeresspiegels bis 2100. Diese Kritik habe ich auch schon in dem genannten Buch veröffentlicht. Es kann daher auch zitiert werden.

Auf die Arbeit von Herr Rahmstorf trifft – kurz gesagt – die Aussage zu, dass sie nicht nur wissenschaftlich falsch, sondern wissenschaftlich wertlos ist.

EIKE: Gibt es schon Termine für Ihre nächste Reise nach Deutschland?

Singer: Nein, es gibt keinen neuen Reisetermin.

EIKE: Herzlichen Dank für das Interview und alle guten Wünsche für Sie und Ihre Familie.

© 2008 by EIKE e.V., Jena

Die Fragen für EIKE e.V. Jena stellte der Physikochemiker Dr. Gerhard Stehlik, Hanau.

Diese und andere Fragen hätten die Journalisten auch öffentlich stellen können. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Aussagen von Singer und dem NIPCC fand nur oberflächlich oder garnicht statt. Stattdessen wurde nur versucht, Singer als Person zu diffamieren und dadurch unglaubwürdig zu machen, wenn denn überhaupt berichtet wurde. Offenbar hält man die Leser, Zuhörer oder  Zuschauer nicht für intelligent genug, sich selber ein Urteil zu bilden. Gegen die „unerwünschten“ Ansichten zum Klimawandel wird nicht argumentiert, sondern es wird versucht gegen sie zu „immunisieren“ . Darüber hinaus sollen diese „unerwünschten“ Ansichten am besten erst gar nicht öffentlich werden. Bei enem freien Gedankenaustausch könnte  ja am Ende auch ein „falsches “ Bewußtsein herauskommen!

 

Als Herausgeber dieses Weblogs sehe ich das ganz anders.  Mit dem  „richtigen“ Bewußtsein ist das so eine Sache, denn Bewußtsein ist nicht nur gesellschaftlich, sondern vor allem eine höchst individuelle Angelegenheit! Wird in einer Gesellschaft die freie Entfaltung aller Menschen angestrebt (ein sehr wünschenswertes Ziel denke ich), so kann sich das persönliche (und gesellschaftliche) Bewußtsein nur durch freies und selbstständiges Denken weiterentwickeln. Das setzt aber wiederum freien Zugang zu allen überhaupt verfügbaren Informationen voraus und natürlich einen unbehinderten Gedankenaustausch!

 

In unserem speziellen Fall heisst das: Nur wer die Möglichkeit hat, die Thesen der Klimaskeptiker aus erster Hand kennenzulernen, kann sich – wenn er denn will- damit gedanklich auseinandersetzen. Dabei kann man -muss aber nicht(!) – auch zu ganz anderen Schlußfolgerungen kommen als die Klimaskeptiker! 

  

Jens Christian Heuer

 

Written by jenschristianheuer

19 Juni, 2008 at 20:00 pm

Veröffentlicht in Jens Christian Heuer, Klimadebatte